Gut drauf ist Ferdinand Harsch (Bildmitte) auch, als er die Glückwünsche vom stellvertretenden Bürgermeister Manfred Müller (re
Gut drauf ist Ferdinand Harsch (Bildmitte) auch, als er die Glückwünsche vom stellvertretenden Bürgermeister Manfred Müller (rechts) und Ortschaftsrat Ralf Hofbaur entgegennimmt. (Foto: Lutz)
Wolfgang Lutz

Am vergangenen Sonntag wurde auf der „Burg“ in Marbach gefeiert. Anlass dazu war der 95. Geburtstag von Ferdinand Harsch, den er im Reigen seiner Familie, Nachbarn und Freunde feierte. Wenn auch die Füße nicht mehr ganz so wollen, wie er sich es vorstellt, so kann er sich noch immer auf sein Gedächtnis verlassen, das ihn nicht im Stich lässt. Dazu kommt ein dem Alter entsprechender Gesundheitszustand.

Mit weiteren vier Geschwistern im Unterdorf aufgewachsen, hieß es für ihn als junger Bursche alsbald einen Beruf zu erlernen, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. So trat der dann eine Lehrstelle bei der Moosheimer Firma Knöpfler an, wo er das Maurerhandwerk erlernte. Diesen Beruf führte er dann auch als Geselle weiterhin aus und zwar bei Josef Gebhart, der in Marbach ein örtliches Maurergeschäft betrieb. Schon im Jahr 1941 wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen und kam dann zum Kriegseinsatz nach Frankreich. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges musste er noch vier Jahre in Gefangenschaft in Frankreich verbringen und erst im Jahr 1948 kam er wieder in sein Heimatdorf Marbach zurück. Diese schwere Zeit hat bei ihm Spuren hinterlassen, vor allem eine schwere Verwundung machte im lange zu schaffen. Heute sind er und sein 97-jähriger Bruder Anton noch die einzig lebenden Kriegsteilnehmer im Dorf.

Nachdem Ferdinand Harsch seine Frau Ida im Jahr 1951 zum Traualtar führte, nahm das junge Paar danach seinen Wohnsitz auf der „Burg“. Hier betrieb man eine Landwirtschaft und auch die Arbeit auf dem Bau zählte zum Berufsalltag des Jubilars. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Heute zählen noch acht Enkel und drei Urenkel zur Familie. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1997 ließ es der „Burg-Ferde“ etwas ruhiger angehen, aber mit 94 Jahren stieg er zum letzten Mal auf seinen geliebten Traktor.

Neben dem Fernsehen, wo er hauptsächlich die Nachrichten schaut und das Weltgeschehen verfolgt, ist die tägliche Zeitungslektüre das Wichtigste in seinem Tagesablauf. „Vor allem das hintere Viertel ist für mich interessant“, so der Jubilar. Dabei kümmert sich die Familie, die Sozialstation und auch die Nachbarschaftshilfe um sein Wohl. Dazu gehört zum Vesper auch ein Fläschle Bier, was ihn bei Kräften hält. So fühlt er sich umsorgt und in besten Händen und hat nichts dagegen, auch noch den 100. Geburtstag zu feiern.

Namens der Ortsverwaltung Marbach sprach stellvertretend Ralf Hofbaur dem betagten Geburtstagskind die besten Wünsche aus. Manfred Müller, der Bürgermeister Magnus Hoppe vertrat, kennt Ferdinand Harsch sehr gut, haben sie doch einst gemeinsam beim Maurergeschäft Josef Gebhart in Marbach gearbeitet. „Doher derf i au Du zum Ferde saga“, so der stellvertretende Bürgermeister. Er hatte ein Glückwunschschreiben von Bürgermeister Magnus Hoppe verlesen und auch ein guten Tropfen im Gepäck. So überhäuft blieb der Jubilar gelassen: „Schee, wartet mir amol ab, was no kommt“.

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