Bürger wollen auch im Alter gut leben

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 Angelika Grimm (von links), Hedwig Weiß, Paul Steinacher, Maria Blersch und Horst Arnold informieren über die Bürgertische.
Angelika Grimm (von links), Hedwig Weiß, Paul Steinacher, Maria Blersch und Horst Arnold informieren über die Bürgertische. (Foto: Fotos: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Vier Bürgertische widmen sich dem Thema „Gutes Älterwerden in der Gemeinde Herbertingen“. In der Alemannenhalle hat die Bürgertisch-Steuerungsgruppe am Donnerstag das Vorhaben vorgestellt. Insgesamt gibt es 13 Abendveranstaltungen, an denen sich die Bürger aus Herbertingen und den Teilorten beteiligen können.

Moderiert werden die Bürgertische von Peter Beck, der Erfahrung in der Begleitung von Bürgerbeteiligungs-Projekten hat. Wie er erläuterte, würden die Bürgertische hauptsächlich in Workshop-Form stattfinden. „Das sind keine müden Abende, da wird was gefordert“, sagte er. Die Ergebnisse werden in ein Zukunftskonzept der Gemeinde einfließen. „Natürlich mit der Perspektive, dass sie nicht nur Papier bleiben“, so Beck.

Hedwig Weiß, Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe Hebertingen, Paul Steinacher, Gemeinderat, Maria Blersch, Vorsitzende der offenen Altenhilfe Herbertingen, sowie Horst Arnold, im VdK Herbertingen Schwerbehindertenbeauftragter, stellten in Frage-Antwort-Form jeweils einen Bürgertisch vor. Befragt wurden sie von Angelika Grimm; alle fünf sind Mitglied einer Steuerungsgruppe für das Bürgertisch-Projekt. Hedwig Weiß stellte Bürgertisch eins „Das Leben zu Hause stärken“ vor. Vier Abende widmen sich Themen wie „Selbstbestimmt leben?“, „Zu Hause leben“, „Dem Wohnen Zu Hause eine Zukunft geben“ und „Quo vadis, Herbertingen?“.

Paul Steinacher informierte über Bürgertisch zwei „Für mehr Lebensqualität“. Themen sind „Nachbarschaft im Aufwind“, „Soziales Netzwerk von Jung und Alt“, und „Lebensqualität plus vor Ort“. „Gute Nachbarschaft lässt sich nicht einfach verordnen“, sagte Paul Steinacher. Bearbeitet werde in dem Bürgertisch auch Fragen wie die, wie Nachbarschaft funktioniere, wenn es viele neu Zugezogene gibt. Tisch drei dreht sich um das Überthema „Innovatives Bürgerkonzept von morgen“. Unterthemen sind „Begegnung, Kontakte, Treffs“, „Bürger für Bürger“ und „Neu gestalten – Haus der offenen Altenhilfe, Jordans-Reutter-Platz“. Aus ihren Erfahrungen berichtete Maria Blersch, wie wichtig soziale Kontakte für alleinstehende Menschen seien. „Da spricht niemand mit einem. Da muss man raus“, sagte sie. Doch für viele sei die Mobilität dann ein Handicap. Horst Arnold stellte Bürgertisch vier „Wohnen ist mehr – Plan B?“ vor, mit den Unterthemen „Gutes Leben und Wohnen in der Gemeinde“, „Attraktives Wohnen – bunte Vielfalt“, und „Ambulante Wohngemeinschaften im Trend“. Wichtig sei es, vor dem altersgerechten Umbaus des Zuhauses sorgfältig zu planen.

Start ist am 3. April

Die Bürgertische beginnen am 3. April und enden am 23. Mai. Bürgertisch eins findet in der Cafeteria des Altenpflegeheims in Herbertingen statt, Tisch zwei in den Vereinsräumen der Grundschule Marbach, Tisch drei im Dorfgemeinschaftshaus Mieterkingen und Tisch vier im Gemeindehaus St. Verena in Hundersingen. Es wird ein Fahrdienst zu den Terminen eingerichtet. Die genauen Termine sind einer Broschüre der Gemeinde zu entnehmen, die an die Haushalte der Gemeinde verteilt wurde.

Selina Elfert ist die neue Gemeinwesenarbeiterin der Gemeinde Herbertingen. Sie stellte sich und ihre Arbeit kurz vor. Wie sie und Bürgermeister Hoppe verdeutlichten, ist das Stellenprofil von ihr noch nicht zur Gänze festgelegt: Auch die Bürgertische bestimmen mit, wie das genaue Stellenprofil von Elfert am Ende aussieht.

Der Abend verlief am Ende nicht mehr harmonisch: Eine Bürgerin, deren Angehörige im Herbertinger Pflegeheim lebt, ergriff das Wort. Sie kritisierte, dass das Stationäres Wohnen im Altenheim nicht Thema der Bürgertische sei. Und sie kritisierte die Gemeindeverwaltung, dass die Angehörigen der Altenheim-Bewohner nicht über den Betreiber-Wechsel informiert worden seien. Ihre Kritik äußerte sie in scharfer Form. Bürgermeister Magnus Hoppe und Gemeinderat Gerhard Lutz wiesen die Aussagen der Bürgerin jeweils mit erhobener Stimme zurück.

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