Bürger arbeiten am Seniorenkonzept mit

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Peter Beck von Vinzenz Service (von links), Bürgermeister Magnus Hoppe sowie Hedwig Weiß und Maria Blersch als Vertreter der St
Peter Beck von Vinzenz Service (von links), Bürgermeister Magnus Hoppe sowie Hedwig Weiß und Maria Blersch als Vertreter der Steuerungsgruppe sind gespannt auf die Ergebnisse der Umfrage. (Foto: Julia Freyda)

Rund 2800 Herbertinger werden in den nächsten Tagen Post von der Gemeindeverwaltung bekommen. In dem Umschlag wird ein Fragebogen sein, mit dem die Bürger über Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde mitbestimmen können.

Die Befragung richtet sich an die Bevölkerung ab 40 Jahren. Hintergrund ist, dass die Gemeinde von der jetzigen und künftigen älteren Bevölkerung erfahren möchte, welche Angebote ihnen im Alter wichtig sind. Partner ist dabei Vinzenz von Paul als künftiger Träger des Pflegeheims und die AGP Sozialforschung aus Freiburg zur wissenschaftlichen Begleitung. Den Fragebogen haben diese mit der Steuerungsgruppe für das Pflegekonzept erarbeitet, der auch Gemeinderäte und Vertreter von sozialen Gruppierungen in Herbertingen. Das Land hat für die Befragung einen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro bewilligt.

Angebot an jeweiligen Bedarf anpassen

„Wir möchten in Herbertingen gemeinsam mit den Bürgern ein Konzept erarbeiten, aber benötigen zunächst Orientierung“, sagte Bürgermeister Magnus Hoppe. Dabei liege der Fokus nicht nur auf dem Kernort, sondern auch den Ortsteilen. „Wenn dort ein Bedarf an einem bestimmten Angebot ist, können wir überlegen, wie wir diesen decken können“, sagte Hoppe. Zwar könne nicht auf jeden individuellen Wunsch eingegangen werden, aber auf keinen Fall würden die Ergebnisse in der Schublade verschwinden. Peter Beck begleitet die Bürgerbeteiligung für Vinzenz Service und hat schon mehr als 40 solcher Beteiligungsprojekte betreut. „Es gibt noch kein fertiges Konzept für Herbertingen. Es gibt nur Eckpunkte wie den weiteren Betrieb des Pflegeheimes, aber für das weitere Angebot benötigen wir nun die Rückmeldung der Bürger“, sagte Beck. Er sei selber auf die Ergebnisse gespannt, da die Wünsche und Bedürfnisse in jeder Kommune unterschiedlich seien.

Maria Blersch von der Offenen Altenhilfe gehört zur Steuerungsgruppe und sieht die Befragung als Chance für die Bürger. „Sie können sich jetzt in die weitere Entwicklung des Angebots für ältere Menschen einbringen“, sagte Blersch. Dabei gehe es nicht nur um Pflegeangebote, sondern beispielsweise auch verschiedene Wohnformen und kulturelle Angebote. Hedwig Weiß von der Nachbarschaftshilfe ergänzt: „Auch die älteren Bürger sollen sich einbringen und nicht schon denken, dass sie dies nichts mehr angehen würde.“

Der Fragebogen umfasst acht Seiten und hat 40 Fragen. Abgefragt werden unter anderem Themenkomplexe wie Mobilität und Alltagsversorgung, aktuelle Wohnsituation, mögliche Wohnformen, Engagement für Ältere sowie Hilfe und Pflege im Alter.

Die Befragten können den Fragebogen bis zum 17. August ausfüllen. Die Bögen können im Rathaus in Herbertingen, bei der Bäckerei Hinderhofer in Hundersingen, im Rathausbriefkasten in Marbach und dem Friseur Walter Orlik in Mieterkingen abgegeben werden. Knapp fünf Wochen soll die Auswertung dauern. Im Oktober sollen die Ergebnisse öffentlich präsentiert werden. Auf Basis der Umfrage sollen sogenannte Bürgertische zu relevanten Themen angeboten werden, bei denen die Einwohner sich wiederum einbringen können.

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