Auch die „Trecker-Umfahrung“ ist bald fertig

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Herbertingens Bürgermeister Magnus Hoppe (links), Franz Weiß von der Teilnehmergemeinschaft, Susanne Fickel und Lothar Allgaier
Herbertingens Bürgermeister Magnus Hoppe (links), Franz Weiß von der Teilnehmergemeinschaft, Susanne Fickel und Lothar Allgaier von der Flurbereinigungsbehörde sowie Bauunternehmer Lothar Blum zeigen das entstehende Wegenetz. (Foto: Julia Freyda)

Schon seit über fünf Jahren rollen die Autos über die Herbertinger Ortsumfahrung. Bald ist nun auch das neue Wegenetz für die Landwirtschaft fertig, das im Zuge der Flurneuordnung zum Bau der Ortsumfahrung läuft. Ende Juli soll das Wegenetz offiziell an die Gemeinde Herbertingen übergeben werden.

Derzeit ist das Bauunternehmen Blum noch mit schwerem Gerät auf Herbertingens Fluren unterwegs. Die Hauptachse des neuen Wegenetzes beginnt kurz hinter der Abbiegung nach Mieterkingen und reicht bis zum Knoten bei Hundersingen. Dieser Weg wird mit vier Meter Breite extra breit sein und ist die sogenannte „Trecker-Umfahrung“ für Herbertingen. „Das Signal für das nahende Ende der Bauarbeiten bedeutet für die Einwohner wieder eine Entlastung des Verkehrs. Denn bislang mussten sämtliche schwere Maschinen und Kieslaster noch mitten durch den Ort fahren“, sagt Franz Weiß, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft zur Flurneuordnung. Das neue Wegenetz soll aber nicht nur den Landwirten nutzen, damit sie gut zu ihren Feldern können, sondern den Bürgern etwa beim Spazierengehen oder bei einer Radtour.

Der Hauptweg, aber vor allem auch die Nebenwege, bieten zum Teil herrliche Ausblicke über das Donautal. „Ich bin überzeugt, dass Bürger sich neue Blickwinkel erschließen werden“, sagt Lothar Allgaier, der beim Landratsamt Ravensburg für die Flurneuordnung zuständig ist. Daher wird auch noch nach Möglichkeiten geschaut, wo Sitzgelegenheiten Sinn machen. Ein neues Wegenetz vermag auch manchen Autofahrer verleiten, sich einen Schleichweg zu suchen. „Für die sind sie aber nicht freigegeben“, mahnt Bürgermeister Magnus Hoppe.

Auch die Natur haben die Planer berücksichtigt. Denn im Donautal gibt es rund 112 Brutpaare der Feldlerche, auf deren Bedürfnisse die Ausgleichsmaßnahmen abgestimmt sind. So gibt es eine Vielzahl von Streifen, die sechs bis zwölf Meter breit sind, und den Vögeln als ungestörter Lebensraum dienen sollen.

Beim Bau des Wegenetzes gab es allerdings auch manch Überraschung. Denn die Arbeiten wurden unter anderem von Archäologen begleitet, die mehrere Siedlungen entdeckt haben. „Es war zwar klar, dass hier um Herbertingen ein sensibler Bereich ist, aber manche Erkenntnisse waren wohl doch neu“, sagt Susanne Fickel von der Flurbereinigungsbehörde im Landratsamt Ravensburg. Etwa ist im Bereich des Hungerbergs eine Siedlung aus der Zeit der Völkerwanderung entdeckt worden. Eine andere ist rund 3500 Jahre alt.

Ein nächster Schritt im Flurneuordnungsverfahren wird die Zuteilung der neuen Flächen sein. Betroffen sind mehr als 300 Eigentümer mit rund 2500 Grundstücken. Ziel ist, dass es letztendlich möglichst große und zusammenhängende Stücke für die Nutzung gibt.

Die Gesamtkosten für die Flurbereinigung liegen bei rund 3,6 Millionen Euro. Mit 2,1 Millionen Euro trägt der Bund den Hauptteil. 445 000 Euro muss die Teilnehmergemeinschaft finanzieren, der Rest kommt aus Zuschüssen.

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