Mehr als abgelegene Wanderwege möchte Gammertingen touristisch bieten und sucht nun nach einem gewinnbringenden Konzept. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung
Sabine Rösch

Seit drei Jahren beschäftigt sich die Stadt Gammertingen mit einer eigenständigen Tourismuskonzeption. Losgelöst von den Mitgliedschaften in verschiedenen regionalen Vereinigungen (Im Tal der Lauchert, Verband Schwäbische Alb) wurde ausschließlich für die Stadt vom Schweizer Beratungsunternehmen von Weissenfluh & Partner eine Konzeption erarbeitet. Das umfassende Werk wurde dem Gemeinderat vorgestellt.

Die Botschaft Mark von Weissenfluh war sehr deutlich: Eine klare Positionierung und Profilierung der Marke Gammertingen sei von Nöten, weitere Verzettelungen seien zu vermeiden. Es müsse ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen werden. Mit dem berühmten vergoldeten Spangenhelm und dem Kettenhemd ist dieses Merkmal nach Ansicht des Fachmanns gegeben. Bei Ausgrabungen wurde vor über 100 Jahren ein großer Alemannenfriedhof mit diesen wertvollen Reliquien entdeckt. Aufbauend auf diesem Symbol „goldener Helm“ könne eine große touristische Attraktion geschaffen werden, die als Leuchtturm für die Stadt diene. Ebenso solle die nachweisliche jahrtausendalte Historie der Stadt in eine gezielte, nachhaltige touristische Entwicklung einfließen. Es gehe um die Entwicklung der regionalen Erlebnismarke „Gammertingen – goldener Helm“, die das Image nachhaltig fördere und einen hohen Wiedererkennungswert genieße. Der Experte nannte mehrere Ideen: thematische Stadtrundgänge mit Inszenierungen der Figur „Helmi“, je nach Zielgruppe kindgerecht oder auf Erwachsene ausgerichtet. Bestehende Attraktionen, wie das Museum im alten Oberamt oder der Stadtgraben werden integriert. Denkbar wäre auch ein Karussell in Form des Helmes, integriert auf einem Alemannenspielplatz. Verschiedene Erlebnispunkte in der Landschaft, beispielsweise ein Fotopoint (eine Person stellt sich an einen installierten Platz und kann fotografiert werden) oder überdimensionierte Objekte als Blickfang könnten Aufmerksamkeit erregen.

Auch alemannische Aktivitäten, wie Bogenschießen oder das Herstellen eines Kettenhemds wären Optionen. Diese Angebotspalette könne als thematisches Rundum-Paket mit Übernachtung und unter Einbeziehung der Gastronomie und örtlicher Dienstleister (zum Beispiel Kutschfahrten) geschnürt werden.

Alemannen-Events für Schulklassen, Busgesellschaften und Tagestouristen seien weitere Effekte, die sich langfristig ergeben können. Wesentlich sei, dem Thema treu zu bleiben, um dadurch Strahlkraft nach außen zu erzielen. Auch Bürgermeister Holger Jerg bekräftigte dieses Ansinnen. Man wolle die bereits begonnenen touristischen Bemühungen mit Hochdruck weiter forcieren. Mit den ständig wechselnden Ausstellungen im Museum „Altes Oberamt“, mit dem Skulpturenweg oder auch mit dem Baumhoroskop-Pfad habe man schon wichtige Projekte angeschoben. Mit der Konzeption erhalte man einen roten Faden an die Hand, dessen etappenweise Umsetzung der Maßnahmen zur überregionalen Bekanntheit verhelfe.

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