Windräder sollen 164 Meter hoch werden

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Ziemlich wuchtig werden die Windräder in der Kettenacker Landschaft stehen, wenn sie denn gebaut werden.
Ziemlich wuchtig werden die Windräder in der Kettenacker Landschaft stehen, wenn sie denn gebaut werden. (Foto: Archiv: dpa)
Schwäbische Zeitung
Ignaz Stösser
Redakteur Alb/Lauchert

Die bei Kettenacker geplanten Windräder könnten rund 30 Meter höher werden, als bislang vorgesehen.

Der Geschäftsführer der Gammertinger Energie- und Wasserversorgung (GEW), Manfred Schaller, hat in der Gemeinderatssitzung am Dienstag bestätigt, dass es Überlegungen gibt, die bei Kettenacker geplanten Windräder noch höher zu bauen als bisher vorgesehen. Er nannte erstmals auch eine konkrete Zahl. Und zwar soll die Nabenhöhe um 30 Meter höher werden.

Zunächst war geplant, im Wald südlich von Kettenacker vier Windräder zu bauen. Im Laufe der Planungen hieß es dann, es würden nur drei Räder gebaut, die sollten aber höher sein. Als Nabenhöhe waren 134 Meter vorgesehen. Vor wenigen Wochen hat der Kettenacker Verein für Mensch und Natur nun in Erfahrung gebracht, dass der Energieversorger EnBW gemeinsam mit den drei Stadtwerken Gammertingen, Sigmaringen und Schussenthal noch höhere Windräder planen soll. Auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ bei der Genehmigungsbehörde, dem Sigmaringer Landratsamt, bestätigte Pressesprecherin Sabine Stark, dass das Landratsamt mit Vertretern der EnBW entsprechende Gespräche geführt habe. „Ein Antrag ist aber noch nicht eingegangen“, so Stark.

„Fakt ist, es gab eine Voranfrage beim Landratsamt“, sagte auch der Gammertinger GEW-Geschäftsführer Schaller in der Gemeinderatssitzung. Der Kettenacker Gemeinderat Franz Hanner hatte das Thema angesprochen. Laut Schaller gibt es Überlegungen, zwei der drei Windräder um 30 Meter höher zu bauen, und zwar jene, die weiter weg sind von Kettenacker. Das wäre dann eine Nabenhöhe von 164 Metern. Das vordere Rad soll niedriger sein. „Optisch sehen sie dann aus Kettenacker Sicht gleich aus“, so Schaller.

Räder müssen gedrosselt werden

Beim Verein für Mensch und Natur in Kettenacker hegt man den Verdacht, die EnBW befürchte, dass sich das Projekt mit der bisherigen Höhe nicht rechne. „Es ist jetzt schon vorgesehen, dass die Windräder aus verschiedenen Gründen mehrfach gedrosselt werden müssen“, so Birgit Steinhart. Wahrscheinlich wolle die EnBW deswegen noch höher hinaus. Die Windkraftgegner hatten schon früh die Ansicht vertreten, dass der Wind zu schwach sei.

Im vergangen Jahr wurde an einem 120 Meter hohen Mast die Windstärke ermittelt. Gegen Ende der Messungen hieß es optimistisch, es sei eine Windstärke von 5,9 Meter pro Sekunde im Schnitt gemessen worden. Das ist ein relativ guter Wert. Ursprünglich hieß es auch, dass die Ergebnisse der Messungen veröffentlicht werden, wenn sie von zwei verschiedenen Fachleuten geprüft worden sind. Doch davon ist die EnBW inzwischen abgerückt. EnBW-Pressesprecher Ulrich Stark teilte auf Anfrage der SZ mit, dass nicht mehr vorgesehen sei, sie zu veröffentlichen.

„Dabei wollten die Investoren doch mit offenen Karten spielen“, gibt Birgit Steinhart zu bedenken. Doch ganz ungelegen kommt die Nachricht von den höheren Windrädern den Windparkgegnern nicht. Sie nähren die Hoffnung weiter, dass die EnBW das Projekt eines Tages ganz fallen lässt – aus Gründen der Wirtschaftlichkeit.

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