Wild-Entsorgungsstelle ist für Seuchenfälle gerüstet

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 Hegeringleiter Karl Götz präsentiert die neuen Einrichtungen der Konfiskatsammelstelle und die weiteren Entsorgungsstellen für
Hegeringleiter Karl Götz präsentiert die neuen Einrichtungen der Konfiskatsammelstelle und die weiteren Entsorgungsstellen für Wildtiere. Über diese können Jäger Wildabfälle und -teile entsorgen. (Foto: Heinz Thumm)
Heinz Thumm

Unfallwild, Schlachtabfälle und Tierfelle können bereits seit mehr als 20 Jahren bei einer Sammel- und Entsorgungsstelle in der Nähe der Gammertinger Kläranlage abgegeben werden. In Zusammenarbeit mit dem Land, dem Veterinäramt des Landkreises sowie der Stadt und dem Hegering Gammertingen wurde die Anlage jetzt um eine vorsorgliche Sammelstelle für Seuchenfälle ergänzt. Hintergrund ist die seit Monaten andauernde Diskussion über die afrikanische Schweinepest.

Seit 19 Jahren betreut der Gammertinger Hegeringleiter Karl Götz ehrenamtlich die Konfiskatsammelstelle. Während mancherorts an solchen Stationen über schwierige Verhältnisse geklagt wird, hat Götz die Situation stets im Griff. „Es müssen geordnete Verhältnisse angeboten werden“, sagt er. „Dann kann jeder Berechtigte die Behältnisse für die vorgesehenen Fälle nutzen.“

In Absprache mit Klaus Bissinger, dem Leiter des Veterinäramts beim Sigmaringer Landratsamt, wurden die Einrichtungen funktionsgerecht, sicher und sauber angelegt. Die Kühlgeräte sind in einem abgeschlossenen Bereich untergebracht, den ausschließlich berechtigte Personen betreten dürfen. Die Behälter werden regelmäßig von den offiziellen Stellen geleert. Dank eines Wasseranschlusses können die Behälter ausgespritzt und Hände gereinigt und desinfiziert werden.

Tote Wildtiere, Unfallwild an den Straßen, Schlachtabfälle von Wild und nicht verwertbare Füchse werden gekühlt gesammelt und von Fahrzeugen der Tierkörperbeseitigungsanstalt zu festgelegten Terminen abgefahren. Wildkörper dürfen nur unverpackt in den Kühlbehältern gelagert werden. Wichtig ist die saubere Aufbewahrung. Auch Schlachtabfälle sowie Magen- und Darmteile von Reh- und Schwarzwild müssen ordnungsgemäß über die Konfiskatsammelstelle entsorgt werden.

Stadt übernimmt Bauplanung

Seit Monaten wird nicht nur in Fachkreisen über die Gefahren der afrikanischen Schweinepest diskutiert. Erkrankte Tiere können in Gammertingen mittlerweile zwischengelagert werden. Auch sie werden in Behältern der Konfiskatsammelstelle aufbewahrt und über die Tierkörperbeseitigungsstelle entsorgt. Die Kosten für die Einrichtungen und die Entsorgung übernehmen das Land Baden-Württemberg und das Landratsamt. Währenddessen hatte sich die Stadt dazu bereit erklärt, die Bauplanung zu übernehmen.

Seit Jahren werden Unfallwild und verhaltensauffällige Tierkörper in einer Kühltruhe gesammelt und von dort aus zur Untersuchung ins tierärztliche Untersuchungsamt nach Aulendorf gebracht. Bei entsprechenden Hinweisen werden die Tiere beispielsweise auf Tollwut, Staupe oder Räude untersucht. Die Ergebnisse gehen in die Berichte über Wilderkrankungen ein und liefern somit wichtige Hinweise.

Auf diesem Weg wird zum Beispiel die Auszeichnung für ein tollwutfreies Bundesland begründet. Häufen sich Fälle von Räude- oder Staupebefall, können aber auch Hundebesitzer vor Kontakten zwischen Hund und erkrankten Füchsen gewarnt werden. Wer sich darüber informiert, kann unter Umständen aufwändige tierärztliche Behandlungen vermeiden oder zumindest verkürzen. Die Jäger sind jedenfalls für Wilderkrankungen sensibilisiert und leisten damit auch einen Dienst für Hundebesitzer.

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