TSV Gammertingen verabschiedet Übungsleiter Joachim Patzke

Lesedauer: 4 Min
 Joe Patzke (Zweiter von links) wird von der Leiterin der Selbsthilfegruppe Evi Clus, dem TSV-Ehrenvorsitzenden Hartmut Schrenk
Joe Patzke (Zweiter von links) wird von der Leiterin der Selbsthilfegruppe Evi Clus, dem TSV-Ehrenvorsitzenden Hartmut Schrenk und vom Vorsitzenden des TSV, Hubert Datz (rechts), verabschiedet. (Foto: Ewald Thiel)

Der TSV Gammertingen hat den Leiter ihrer Reha-Sportgruppe für Menschen mit Krebs, Joachim Patzke, verabschiedet. In einer Feierstunde zum Jahresende verabschiedete die Gruppe gemeinsam mit den TSV-Verantwortlichen „ihren Joe“, der nach 15 Jahren verantwortungsvoller Tätigkeit sein ehrenamtliches Engagement auf eigenen Wunsch beendet. Er wohnt in Bodman-Ludwigshafen, weit von Gammertingen entfernt. 2003 wurde die Gruppe „Bewegung, Spiel und Sport nach Krebs“ initiiert – auf Anregung von Evi Clus, Leiterin der Selbsthilfegruppe Gammertingen-Sigmaringen für Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen, und dem damaligen Vorsitzenden des TSV Gammertingen, Hartmut Schrenk. Nun sucht die Gruppe einen neuen Übungsleiter. Der Aufruf war im aktuellen Jahresprogramm der Selbsthilfegruppe zu lesen.

Joe Patzke fällt der Abschied nicht leicht: „In meinem Hauptberuf bin ich Ausbilder und Sportlehrer an der Zollschule in Sigmaringen.“ Die Gruppe „Sport nach Krebs“ sei sozusagen sein Hobby – „Er ist mir sehr ans Herz gewachsen“, so Patzke.

„Die Arbeit mit den Krebspatienten war und ist für mich etwas Besonderes, denn Gesundheit hat hier für mich einen ganz anderen Stellenwert eingenommen: Die große Bandbreite des Sports hilft den Patienten, ihre Motivations- und Lustlosigkeit zu überwinden, die sich oft bei der langwierigen und schweren Therapie einstellt. Außerdem steigert die sportliche Betätigung das Selbstbewusstsein und öffnet wieder den Weg in den normalen Alltag.“

Mancher Teilnehmer ist noch in der Chemotherapie

Die 15 Jahre als Leiter der Gruppe seien sehr schön gewesen, auch wenn sie alle sehr gefordert haben. „Mein aufrichtiger Dank gilt all meinen Gruppenmitgliedern sowie Evi Clus und Hartmut Schrenk für die kompetente Regelung aller Dinge im Hintergrund, es sind für mich wahre Freundschaften entstanden.“

„In unsere Sportgruppe kommen auch Menschen, die noch mitten in der Chemotherapie sind“, so Evi Clus. Vor allem für alleinstehende Kranke sei die Gruppe sehr wichtig, um sich mit anderen Menschen und besonders mit Betroffenen auszutauschen. Viele Familienangehörige haben Schwierigkeiten mit der Krankheit umzugehen. Für Hartmut Schrenk und den TSV-Vorsitzenden Hubert Datz war Joe Patzke in den vergangenen 15 Jahren ein großer Glücksfall. Ehrenvorsitzender Schrenk lobte seine hohe fachliche und menschliche Kompetenz. Seine Krebspatienten profitierten von den Bewegungsangeboten, denn er hat die Übungsinhalte immer behutsam der jeweiligen individuellen Befindlichkeit seiner Gruppe ausgewählt und dosiert.

Bewegung und sportliche Leistungen haben auch durch den sozialen Halt in der Trainingsgruppe geholfen und zum allgemeinen Wohlbefinden der Teilnehmer beigetragen, Stress wurde abgebaut, Kondition wie auch körperliche Leistungsfähigkeit haben zugenommen. „In der 155-jährigen Chronik unseres Vereins hast Du als 15jähriger-Motor für eine besondere Integration einen einmaligen Platz eingenommen“, so Hartmut Schrenk. „Herzlichen Dank.“ Die Nachfolge werde nicht leicht zu regeln sein.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen