Trotz Stimmenverlust: Matthias Gulde bleibt Ortsvorsteher von Kettenacker

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 Matthias Gulde (rechts) verabschiedet die scheidenden Ortschaftsräte Helmut Rollmann, Jürgen Roos und Nicole Volk (von links).
Matthias Gulde (rechts) verabschiedet die scheidenden Ortschaftsräte Helmut Rollmann, Jürgen Roos und Nicole Volk (von links). Weiterhin im Gremium vertreten ist Hans Nieß (Zweiter von rechts). (Foto: Heinz Thumm)
Heinz Thumm

Bei der ersten Sitzung des neuen Ortschaftsrats in Kettenacker ist Matthias Gulde am Montag erneut zum Ortsvorsteher des Gammertinger Ortsteils gewählt worden. Guldes Stellvertreter ist der 28-jährige Jens Kleck. Tobias Miller, der bei der Kommunalwahl im Mai die meisten Stimmen erhalten hatte, erklärte bereits im Vorfeld der Ortschaftsratssitzung, dass er für das Amt des Ortsvorstehers nicht zur Verfügung steht.

In der Sitzung des bisherigen Ortschaftsrats waren am Montag zunächst die ausscheidenden Mitglieder Jürgen Roos, Helmut Rollmann und Nicole Volk verabschiedet worden. Matthias Gulde übergab ihnen ein Geschenk aus der Region und bedankte sich bei ihnen ebenso für den Einsatz wie bei Hans Nieß, der auch dem neu gewählten Gremium angehört. Obwohl das Schwerpunktthema „Infrastruktur und Energie“ die Arbeit erschwert habe, hätten die Ortschaftsräte gut zusammengearbeitet, sagte Gulde.

An der konstituierenden Sitzung des neuen Ortschaftsrats nahmen neben Matthias Gulde und Hans Nieß auch die neuen Mitglieder Jens Kleck und Alfons Schaupp teil. Tobias Miller fiel krankheitsbedingt aus. Bei der Kommunalwahl im Mai hatte er mit 130 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidaten erzielt. Matthias Gulde hingegen konnte mit 108 Stimmen nicht an sein Ergebnis von 2014 anknüpfen: Vor fünf Jahren hatte er noch 165 Stimmen erhalten.

In mehreren Gesprächen hatte Tobias Miller aber bereits erklärt, dass er vor allem aus beruflichen Gründen nicht für das Amt des Ortsvorstehers zur Verfügung steht. So fiel die Wahl einstimmig auf Matthias Gulde als Ortsvorsteher und Jens Kleck als dessen Stellvertreter. Diese Ergebnisse werden jetzt als Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat weitergegeben. Beifall für die Gewählten spendeten nicht nur die Mitglieder des Ortschaftsrats, sondern auch die neun Zuhörer.

Mit dabei war auch Franz Hanner, der über die unechte Teilortswahl für den Ortsteil Kettenacker in den Gammertinger Gemeinderat eingezogen war. Hanner appellierte an die Ortschaftsräte, gemeinsam am gleichen Strang zu ziehen. Bei der Bearbeitung der örtlichen Themen sei Sachlichkeit gefragt, sagte er. Hanner erwähnte dabei ausdrücklich, dass in der vergangenen Wahlperiode alle Beschlüsse einstimmig gefasst worden waren und bedankte sich dafür.

In der folgenden Diskussion wurden einige Arbeitsschwerpunkte vertieft. Dabei wurden auch die beantragten Veränderungen am Dorfgemeinschaftshaus behandelt. So sollen ein behindertengerechter Zugang entstehen und die Küche umgebaut werden. Auch die begonnene Neugestaltung des Friedhofs wurde noch einmal präzisiert. Beispielsweise muss die genaue Lage der immer stärker nachgefragten Rasengräber festgelegt werden. Der Beschluss, bei den neuen Einzelgräbern massive Einfassungen anzubringen, wurde begrüßt.

Mit Interesse wurde die weitere Entwicklung des Baugebiets „Hinter der Kirche“ aufgenommen. Inzwischen sind alle Bauplätze verkauft, damit kann die Erschließung starten. Hans Nieß bat darum, „die Dorfstruktur nicht zu vergessen“. Er hoffe auf eine Belebung des Ortskerns und sieht dabei Chancen für eine Nachverdichtung durch einen Rück- oder Umbau von leerstehenden Immobilien.

Darüber hinaus wurden interessante Ziele für eine neue Wandertafel vorgeschlagen: das Biotop Fuchshüle, die historische St.-Georgs-Kapelle, der Laile-Pavillion sowie der Rastplatz am Aspen mit Blick auf Kettenacker. Zum Schluss der Ortschaftsratssitzung gab Matthias Gulde bekannt, dass er jeden Montagabend eine Sprechstunde anbietet. Alle Einwohner des Ortsteils, die etwas auf dem Herzen haben, sind dazu eingeladen.

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