SZ-Leser blicken bei Reifen Göggel hinter die Kulissen

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Reifen hinterlassen Eindruck
Anlässlich der Aktion „Schwäbische Türöffner“ haben 19 Leser der Schwäbischen Zeitung die Firma Reifen Göggel in Gammertingen besucht. Beeindruckt waren sie unter anderem von einer rund dreieinhalb Millionen Euro teuren Verpackungsanlage.
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

19 Leser der „Schwäbischen Zeitung“ haben am Freitagvormittag einen der größten Reifenhändler in Deutschland besucht: Bei Reifen Göggel in Gammertingen erklärten ihnen Marketingleiter Mike Hummel und Vertriebsleiterin Gabi Steinhart unter anderem, wo und wie die Reifen lagern, wie die vor einigen Jahren angeschaffte Verpackungsmaschine funktioniert und wohin die Reifen geliefert werden. Zum Schluss der anderthalbstündigen Führung präsentierte Hummel noch ein besonders beeindruckendes Exemplar.

Zuvor hatte der Marketingleiter in einer Präsentation einen Überblick über das Unternehmen gegeben. Dessen Anfänge reichen bis ins Jahr 1982 zurück, als Firmeninhaber Bruno Göggel eine Montagestation für Autoreifen gründete. In den folgenden 36 Jahren wurde die Firma immer größer. Heute beschäftigt sie 150 Mitarbeiter, davon zehn Auszubildende. Im Saisongeschäft im Frühjahr und im Herbst packen fast noch einmal so viele Leiharbeiter mit an.

Die Lagerkapazität stieg von 90 000 Reifen im Jahr 1997 über eine Million Reifen im Jahr 2005 auf aktuell anderthalb Millionen Stück. Der Fuhrpark setzt sich aus 75 Sprintern, 35 Aufliegern, 15 Sattelzugmaschinen und fünf 7,5-Tonnen-Lastwagen zusammen.

„Wichtig ist uns, dass wir ein freier Reifenhändler bleiben“, sagte Mike Hummel. „Damit behalten wir unsere Unabhängigkeit.“ Viele Wettbewerber seien in den vergangenen Jahren von Investorengruppen aufgekauft worden.

Anlage verpackt die Reifen

Beeinflusst wird das Geschäft des Unternehmens aber noch von einem zweiten großen Faktor: dem Internet. Wie Mike Hummel berichtete, bestellen inzwischen 70 Prozent der Kunden ihre Reifen über den Online-Shop von Reifen Göggel.

Nach der Einführung führte der Marketingleiter die Gäste durch zwei der sieben Lagerhallen. Dort stapeln sich die Reifen in riesigen Hochregalen – vertikal angeordnet, um Platz zu sparen. In Halle 5 befindet sich inzwischen eine speziell konstruierte Verpackungsanlage. Was bis vor wenigen Jahren per Hand erledigt werden musste, übernimmt inzwischen diese dreieinhalb Millionen Euro teure Maschine. In beeindruckender Geschwindigkeit werden die Reifen transportiert, gewogen, gescannt, verpackt und auf die jeweiligen Rampen sortiert, an denen sie in die Transportfahrzeuge verladen werden. Diese bringen die Reifen zu Kunden in ganz Deutschland und in vielen Ländern Europas.

Einen ganz besonderen Reifen, der in Europa überhaupt nicht zugelassen ist, präsentierte Mike Hummel zum Schluss: Der Riesenreifen ist vier Tonnen schwer, 3,80 Meter hoch und 1,20 tief. Zum Einsatz kommen solche Reifen beispielsweise an Muldenschleppern in den Minen Südamerikas und Afrikas. Bei den SZ-Lesern kam das Ungetüm gut an: Viele von ihnen schossen vor dem Riesenreifen ein Erinnerungsfoto.

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