Immer konzentriert: Die Jagdhornbläsergruppe „Sau tot“ des Hegerings feiert im Oktober 50-jähriges Bestehen.
Immer konzentriert: Die Jagdhornbläsergruppe „Sau tot“ des Hegerings feiert im Oktober 50-jähriges Bestehen. (Foto: Ewald Thiel)
Schwäbische Zeitung
Ewald Thiel

Das Thema „Afrikanische Schweinepest“ (ASP) zog sich wie ein roter Faden durch den Abend: Der Hegering Gammertingen, Mitglied der Kreisjägervereinigung Sigmaringen, hatte zur Hauptversammlung ins Gasthaus „Krone“ nach Freudenweiler eingeladen und zahlreiche Jäger sowie Forstleute waren dieser trotz widriger Straßenverhältnisse gefolgt. Hegeringleiter Karl Götz konnte besonders Kreisjägermeister Hans-Jürgen Klaiber, die beiden Bürgermeister Reinhard Traub (Neufra) und Holger Jerg (Gammertingen) sowie Forstamtsdirektor Jörg Scham samt Team begrüßen.

Nachdem die Bläsergruppe „Sau tot“ den Abend musikalisch eröffnet hatte, bliesen sie gleich anschließend zu Ehren der verstorbenen Jagdkameraden Norbert Gulde-Zeiler, Hans Baumeister und Max Hagel. Nach dem Kassenbericht von Peter Türk und der einstimmigen Entlastung durch Bruno Ott für die abwesenden Kassenprüfer Karl-Heinz Daikeler und Edwin Klaiber folgten Grußworte. Bürgermeister und Hausherr Reinhard Traub dankte den Jägern für die geleistete Arbeit und bezeichnete sie als „Naturschützer“. Neufra habe ihre Arbeit im letzten Jahr live miterleben können, als dort zwei ausgebüchste Rinder aus Sicherheitsgründen erlegt werden mussten.

Großes Lob zollte Kreisjägermeister Hans-Jürgen Klaiber der Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Forst, das sei nicht in jedem Landkreis so. Zum Thema ASP kritisierte er den Zwölf-Punkte-Plan von Minister Peter Hauk: „Der Plan ist ja an und für sich okay, aber mit der „Saufanggeschichte“ kann ich mich überhaupt nicht anfreunden.“ Er hoffe, dass die Jägerschaft da hinter seiner Meinung stehe und das mit dem ethischen Problem genau so sehe. Großen Respekt habe er von den Revierjägern, denn sie übernehmen eine große Verantwortung. Positiv sei ein enorm angestiegener Antrag auf Jägerprüfungen, der Nachwuchs sei am Kommen.

„Wir haben ein gutes und intensives Verhältnis zu den Jägern“ eröffnete Forstdirektor Scham seine Grußworte, nachdem Götz zunächst augenzwinkernd zu ihm sagte „Lobende Worte sind auch schön für uns !“ Aucher ging auf die Afrikanische Schweinepest ein. „Wenn die Krankheit bei uns ausbricht, dann bricht der Schweinemarkt zusammen.“ Das könne sich Deutschland als Exportweltmeister an Schweineprodukten nicht leisten, die Landwirtschaft wäre davon dann ganz schwer betroffen. „Jagen Sie also bitte die Sauen, das ist jetzt ganzjährig bis Februar 2019 möglich.“ Und die Kirrung sei auch erlaubt. Wichtige Informationen und Tipps gab er dann noch zu den Themen „Forstliches Gutachten“ und „Streckenliste“.

Karl Götz schließlich ließ dann das Jägerjahr 2017 des Hegerings Revue passieren. Das Hegeringschießen, von dem Schießobmann Edmund Gillhart zuvor ausführlich berichtet hatte, habe mit 31 Teilnehmern eine tolle Resonanz erfahren. Er und Gillhart luden daher zum nächsten Schießen am 15. April nach Herbertingen ein. „Kommt zum Hegeringschießen, dem Gesetz ist damit Genüge getan und die Gewehre können eingeschossen werden.“ Ein Lob gab es für die Bläsergruppe „Sau tot“, deren Auftritte eine positive Außenwirkung für den Hegering habe. Deren Leiter Rainer Zeiler hatte schon darauf hingewiesen, dass man 2018 den Titel beim Landesbläserwettbewerb verteidigen wolle und lud bereits zum 50-jährigen Jubiläum der Gruppe ein, das am 13. Oktober mit großem Programm gefeiert werden soll.

Sehr positiv sei auch das Cityfest im vergangenen Jahr verlaufen,. Dafür sollte sich Götz bei allen Beteiligten nachträglich noch herzlich bedanken. Bei der kürzlich stattgefundenen Drückjagd auf der Albhochfläche seien insgesamt nur 6 Sauen erlegt worden. „Wir können die Sauen nur schießen, wenn sie auch da sind und das ist zwischenzeitlich auch nicht mehr so einfach, denn die Tiere denken mit.“ 180 Jäger und Treiber seien bei der Schwarzkitteljagd im Einsatz gewesen. „Ich hoffe nur, dass dies bei den Landwirten angekommen ist.“

Natürlich sei man immer bestrebt, mit der Landwirtschaft wie mit dem Forst auch ein gutes Verhältnis zu pflegen. Götz wies wie Klaiber auf die Hauptversammlung der Kreisjägervereinigung am kommenden

Samstag hin, wo der Leiter des Veterinärsamt Dr. Bissinger einen Vortrag über ASP halten werde. „Eine Teilnahme von jedem Revierinhaber wäre gut.“

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