Schulgarteninitiative „Lernen für die Zukunft – Gärtnern macht Schule“

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 Die Schüler in Feldhausen freuen sich darauf, dass sie einen neuen Schulgarten bekommen sollen. Die Grundschule hat sich bei de
Die Schüler in Feldhausen freuen sich darauf, dass sie einen neuen Schulgarten bekommen sollen. Die Grundschule hat sich bei der Schulgarteninitiative „Lernen für die Zukunft – Gärtnern macht Schule“ beworben. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Die Grundschule im Gammertinger Ortsteil Feldhausen hat sich bei der Schulgarteninitiative „Lernen für die Zukunft – Gärtnern macht Schule“ beworben. Eine Kommission des Regierungsbezirks Tübingen kam nun nach Feldhausen, um das Projekt auf den Weg zu bringen.

Die Schulgröße ist bei der Schulgarteninitiative nicht entscheidend. Schließlich heißt es bei dieser Förderung, die gemeinsam von den Landesministerien für ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie Kultus, Jugend und Sport unterstützt wird „wachsen und wachsen lassen“. Entdeckt hatte Schulleiterin Cornelia Gulde die Aktion bei einer Schulleitertagung und gleich gewusst, dass trotz Umbauten am Schulgebäude sie und ihr Kollegium das Unterstützungsangebot nutzen möchten.

Schulleiterin stellt Fläche vor

Gulde zeigte zunächst dem Kommissionsleiter Mathias Reindl vom Landratsamt Tübingen, der zusammen mit dem Obst- und Gartenfachberater Markus Zehnder und Marianne Nisch von der Schulverwaltung, die unter anderem die Aktion „Bunte Wiese Tübingen“ unterstützt, wie das zu bearbeitende Grundstück aussieht. Als Kooperationspartner konnte sie die Gemeinde mit dem Bürgerhaus und den Kindergarten gewinnen.

Ein Teil des Grundstücks neben dem Bürgerhaus wird bereits von der Partnerklasse der Sonderschule Mariaberg bepflanzt. Bohnen, Karotten und Tomaten wachsen dort und Reindl rät zu einer naturnahen Düngung mit „gut verrottetem Mist“, damit die Würmer sich wohlfühlen und die Erde auflockern. Denn der steinige Boden würde ohne Unterstützung „seltsam geformte Rüben“ wachsen lassen.

Wissen über Natur geht verloren

Die Kinder aus den Alb-Gemeinden Feldhausen und Harthausen wohnen zwar mitten in der Natur, trotzdem gehen auch hier Fertigkeiten und Wissen rund um die Natur verloren. Monokulturen wie Mais, aber auch das gleichzeitige großflächige Abmähen oder Ernten der Felder bringt das Ökosystem durcheinander. Früher hat jeder die Wiese gemäht, wenn er Zeit hatte, so konnten die Insekten ausweichen und sich anderswo Nahrung suchen. Heute, so Marianne Nisch, werde alles in kürzester Zeit geerntet und die Bienen finden nichts mehr.

Sie empfiehlt für einen Teil des Schulgartens, eine Wiese zu belassen: „Damit die Akzeptanz für eine nicht gemähte Wiese größer ist, lassen viele Besitzer einen Streifen mit Rasen, so kann jeder sehen, dass es extra so gewollt ist.“ Auch der Apfelbaum soll natürlich stehen bleiben. Im letzten Jahr konnten die Schüler die Äpfel einsammeln und sehen, wie daraus Apfelsaft gemacht wurde.

Das Erleben, wie die Nahrung wächst und wie viel Mühe es auch machen kann, gute Lebensmittel zu bekommen, gehört zur Idee der Schulgarteninitiative. Zehnder betont: „Wir sehen es als eine der wenigen Chancen, zurück zur Natur und zu selbst produzierter Ernährung zu kommen.

Gartenbauberater Reindl notiert derweil den Ist-Zustand im ausbaufähigen Garten der Schule, um später zu analysieren, was möglich und nötig ist. Diese Hilfe von Fachleuten schätzt Gulde besonders und schlägt vor, dass das Schulamt eine Plattform für alle gärtnernden Schulen einrichtet: Wissen teilen und damit Wissen weitergeben und natürlich das Wissen bei den Schulkindern in Echtzeit wachsen lassen. Vielleicht lernen dann auch die Eltern wieder etwas über das Zusammenspiel zwischen Pflanzen, Tieren und Umwelt.

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