Schule kehrt zurück zu alter Stärke

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Alle Beteiligten atmen auf: Die Anmeldezahlen an der Laucherttalschule in Gammertingen liegen nach einem Einbruch zum Schuljahr
Alle Beteiligten atmen auf: Die Anmeldezahlen an der Laucherttalschule in Gammertingen liegen nach einem Einbruch zum Schuljahr 2017/18 wieder auf einem guten Niveau. (Foto: Marijan Murat/dpa)

Nach einem massiven Einbruch der Anmeldezahlen im vergangenen Jahr findet die Laucherttalschule in Gammertingen jetzt zurück zu alter Stärke. So gibt es an der Werkrealschule 19 Anmeldungen neuer Fünftklässler für das Schuljahr 2018/19. Vor einem Jahr waren es gerade einmal neun. 72 Kinder wollen im kommenden Schuljahr die Realschule besuchen. Diese verzeichnete zuletzt nur 32 Anmeldungen. „Die aktuellen Zahlen können sich zwar noch geringfügig verändern“, sagt Bürgermeister Holger Jerg. „Aber alle Beteiligten sind froh, dass sich insgesamt Entspannung andeutet.“

Bangen mussten die Verantwortlichen vor allem um die Anmeldezahlen an der Laucherttalschule. An dieser sind seit dem Schuljahr 2015/16 Grund-, Werkreal- und Realschule zu einem Schulverbund zusammengeschlossen. Zum Schuljahr 2015/16 hatte die Werkrealschule noch 35 Anmeldungen gezählt, ein Jahr später waren es 24. Die Realschule verzeichnete 53 Anmeldungen zum Schuljahr 2015/16 und 47 Anmeldungen für das folgende Jahr. „Dann gab es den extremen Einbruch, der uns allen Sorge bereitet hat“, sagt der Bürgermeister.

Schulleiterin überzeugt nicht

Für Unruhe hatte vor allem die Personalie Ursula Bisinger gesorgt. Sie übernahm mit dem Start des Schulverbunds dessen Leitung – und scheiterte. Im September 2017 trat sie auf eigenen Wunsch eine Stelle beim staatlichen Schulamt in Albstadt an. Die Schulleitung habe sich im Klein-Klein verloren, anstatt den Prozess des Zusammenwachsens der verschiedenen Schularten zu fördern und nach außen positiv darzustellen, sagte Holger Jerg damals der „Schwäbischen Zeitung“. Vor allem sei den Eltern gegenüber das Profil der Werkrealschule zu wenig verdeutlicht worden.

„Die personellen Veränderungen in der Schulleitung haben die Eltern verunsichert“, sagt Holger Jerg heute. Das habe sich damals auch in den Anmeldezahlen niedergeschlagen. „Jetzt geht es zum Glück wieder in eine positive Richtung“, sagt der Bürgermeister. Seit Ursula Bisinger die Laucherttalschule verlassen hat, übernehmen die Stellvertreter Klaus Minsch und Marcus Haule kommissarisch die Schulleitung. Und die fünfte Klasse der Realschule wird im kommenden Schuljahr wieder dreizügig statt zweizügig sein – trotz der Konkurrenz durch die Gemeinschaftsschule in Trochtelfingen. „Diese lebt offenbar auch viel von ihrer Überregionalität“, sagt Holger Jerg. „Viele Kinder aus Trochtelfingen besuchen die Gammertinger Realschule.“

Noch hat das staatliche Schulamt in Albstadt die Schulleiterstelle für die Laucherttalschule nicht neu ausgeschrieben. Doch das soll offenbar bald geschehen. „Uns hat das Schulamt signalisiert, dass es die Stelle im Laufe des zweiten Quartals 2018 ausschreiben wird“, sagt Holger Jerg. Er hoffe, dass die Schulleitung möglichst bald wieder komplett ist. Weiterhin leicht rückläufig sind derweil die Anmeldezahlen für das Gammertinger Gymnasium. Sie sinken von 67 Anmeldungen im Schuljahr 2015/16 über 66 (2016/17) und 59 (2017/18) auf 52 neue Fünftklässler für das bevorstehende Schuljahr.

Der Einzugsbereich der drei weiterführenden Gammertinger Schulen und somit auch der neuen Fünftklässler erstreckt sich vom Norden her kreisübergreifend von Engstingen im Landkreis Reutlingen über die westlich gelegenen Burladinger Stadtteile im Zollernalbkreis bis nach Süden mit Veringenstadt und östlich bis nach Hohenstein. Im ablaufenden Schuljahr 2017/2018 werden an der Gammertinger Laucherttalschule insgesamt 470 Fünft- bis Zehntklässler unterrichtet. Am Gymnasium sind es in den Klassenstufen 5 bis 12 insgesamt 520 Schüler.

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