Schüler demonstrieren kurz, aber geräuschvoll für Klimaschutz

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Schwäbische Zeitung

Im Geiste der „Fridays for Future“ haben Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) Mariaberg am Freitag für ein Umdenken in Sachen Klimaschutz demonstriert. „Ihre Runde durch das Klosterareal war zwar kurz, aber geräuschvoll von Megaphonen und Sirenen begleitet“, schreibt das soziale Dienstleistungsunternehmen Mariaberg in einer Pressemitteilung. Immer wieder habe es Durchsagen der Schüler durch das Megaphon gegeben, die praktische Tipps zum Umweltschutz beinhalteten: „Kauft im Supermarkt keine Plastiktüten, nehmt lieber Stoffbeutel mit!“, hieß es beispielsweise. Oder: „Geht zu Fuß! Kauft regional!“

Anders als bei den global stattfindenden Demonstrationen marschierten in Mariaberg auch Lehrer und Schulleiter Alexander Märkle mit. Der Anstoß dazu war jedoch von den Schülern ausgegangen und nicht vom Kollegium. Jugendliche hatten bei einem Ausflug Plastikmüll im Wald und auf der Wiese gefunden – und waren empört.

Im Unterricht beschäftigten sie sich mit Recycling, Umweltschutzmaßnahmen und der globalen Erwärmung. Unter anderem wollten sie wissen, warum sich kaum jemand dagegen wehrt. Auf Nachfrage bei ihren Lehrern erfuhren die Schüler von Greta Thunberg und ihrem Einsatz für eine konsequentere Klimaschutzpolitik der Erwachsenen.

Emircan Unzungüney ist Schüler des SBBZ und trug bei der Demonstration am Freitag ein Banner, das an jeden Einzelnen appelliert, den ersten Schritt in Richtung Weltverbesserung zu machen. „Greta hat uns beeindruckt, weil sie ja auch Autistin und erst 16 Jahre alt ist“, sagte Emircan Unzungüney. Er könne sich mit der jungen Schwedin identifizieren. Mitschüler Dominik Slama stimmte ihm zu. „Wir machen das, weil Greta das macht“, sagte er. „Es ist einfach wichtig.“

Schaulustige bekamen am Rande der Demonstration ein kleines Präsent: Bio-Vespereier des Mariaberger Landwirtschaftsbetriebs, beschrieben mit Aufforderungen zum Klimaschutz. „Bei denen stimmt die Ökobilanz!“, sagte Lehrerin Michaela Lauer. Diese Konsequenz wünschen sich die Demonstrierenden in jedem Bereich des Alltags. Sie nehmen das Problem einer drohenden Klimakatastrophe ernst und fordern alle zum Handeln auf: „Sonst schaffen wir das nie!“

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