Ruhige Songs mit rockigen Elementen

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 Die Jungs von Fools Garden verbreiten tolle Stimmung.
Die Jungs von Fools Garden verbreiten tolle Stimmung. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Die Band Fools Garden hat bei ihrem dritten Konzert in Mariaberg in der Sporthalle erneut für beste Stimmung gesorgt. Peter Freudenthaler, Volker Hinkel und Gabriel Holz zelebrierten mit Witz und Können ihre Musik. Viele gute Songs, eine neue CD und ein frisch gebliebener Hit namens „Lemon Tree“ erfreuten das Publikum.

2014 war Fools Garden zuletzt in Mariaberg und „die Jungs“ sind wie ihr Publikum in den letzten fünf Jahren, wenn überhaupt, dann nicht sichtbar gealtert. Diesmal kam der „unglaublich musikalische und liebenswerte“, so Freudenthaler, Gitarrist Gabriel Holz mit. Peter Freudenthaler und Volker Hinkel sind als Kern der Gruppe seit 1991 – als noch niemand von Gig sprach, wenn ein Auftritt gemeint war – dabei und präsentierten an diesem Abend vor allem neue Songs.

Allein für ihr sympathisches Auftreten würde man ihnen dabei jeden Musikpreis der Welt überreichen. Seit ihrem letzten Mariaberger Besuch haben sie zwei CDs, 2015 „Flashback“ und 2018 „Rise and fall“, veröffentlicht und beweisen der Welt immer wieder, dass sie im Musikgeschäft auch ohne Ausnahmehit sehr gut mitmischen.

Mit „Still running“ aus der neuesten CD stimmte „Fools Garden“ das Publikum auf den richtigen Rhythmus ein. Romantisch ging es mit „I Burn“ weiter, um dann zunächst bei Bekannt-Bewährtem, wie „Why did she go“ zu landen. Die neue hitverdächtige Ballade „Marie, Marie, lay down your hands on me” lud nach der Pause zum Träumen ein. Freudenthaler, der charmant moderierte, lobte die Zuhörer: „Wir haben gesehen, wie gut ihr zuhören könnt.“ Um gleich darauf mit rollendem R einen Kollegen mit gleichlautendem Vornamen zu zitieren: „Die Sonne brannte so, als hätte sie’s gewusst …“ Nein, dann wollten sie doch lieber musikalisch Klartext reden: „I listen to the Beatles, I am a rolling stone.“

Vom ausziehbaren Mikroständer zum Chefsessel und den „kleinen Veränderungen, die unser Leben bereichern“ kam er auf den ersehnten „Lemon Tree“ zu sprechen: „Keine Angst, wir spielen ihn, aber jetzt noch nicht.“ Als der Welthit, der die Musiker auch mehr als 20 Jahre später noch finanziell „polstert“, dann angespielt wurde, sang die Halle mit – und Peter Freudenthaler ging danach als Dank vor dem Publikum in die Knie: „Es ist ein unglaubliches Glück, so einen Song im Gepäck zu haben.“

Erinnerungen an schöne Zeiten heraufbeschworen

Bei manch‘ einem wird die Erinnerung an eigene erlebte „schöne Zeiten“ das Seinige dazugetan haben. Die Legende vom Entstehen des Songs ist bekannt – Freudenthaler wartete auf seine Freundin während er das Klavier in Griffnähe hatte – und nun gibt es eine ähnliche Story für eine weitere wunderschöne Ballade: Nach einem Auftritt bei „so einem Etepetete-Kongress“ ohne echte Zuhörer seien sie so wütend geworden, dass sich daraus etwas Positives entwickelt habe: „Goodbye baby, I have to save the world tomorrow.“ Mit dem Titelsong „Rise and fall“ besangen sie im Anschluss „die unfassbar schöne Erde“.

Auch wenn an diesem Abend die ruhigeren Songs im Vordergrund standen, zeigten die drei Musiker doch immer wieder ihr rockiges Temperament und ihre ausgelassene Freude, von der Bühne aus mit dem Publikum auf einer Wellenlänge zu sein. Sowohl Volker Hinkel als auch Gabriel Holz drehten am Schluss noch einmal schweißtreibend auf.

Augenzwinkernd bedankte sich Peter Freudenthaler für die Einladung. Organisator Winfried Maulbetsch, „der liebe Winni“, sei zwar nicht mehr so frisch wie er aussehe: „Aber wir wollen ihn auf jeden Fall eines Tages mit euch verabschieden, wir kommen sehr gerne immer wieder her.“ Dafür gab es extra Beifall. Nach dem Konzert signierten die Bandmitglieder wohlgelaunt und bereit für kurze Gespräche ihre CDs wie die seit Kurzem wieder in Mode gekommenen Vinyl-Platten. Auch wenn sie meist vor volleren Häusern spielen, gefiel es den Musikern in Mariaberg offensichtlich ausgesprochen gut. Sänger Peter Freudenthaler fasste es so zusammen: „Es gibt einfach Plätze, da fühlt man sich so richtig wohl.“ Die Fans konnten da nur zustimmen. Und eine Zuhörerin, die als Geschenk noch ein paar Akkorde aufgezeichnet bekam, schwärmte: „Man könnte sie wegknuddeln.“

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