Reitsportanlage vereint sportlichen Ehrgeiz und wirtschaftliche Ziele

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Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Nicht nur sportlich läuft es für Springreiter Florian Dolinschek rund: Mit einer eigenen Reitsportanlage im Gammertinger Ortsteil Harthausen hat sich seine Familie inzwischen einen jahrelangen Traum erfüllt. Das Gebäude gibt sowohl den eigenen als auch Pferden anderer Besitzer ein Zuhause. Die Ausbildung der Tiere zu Sportpferden dient aber auch als wirtschaftliche Einnahmequelle.

Mit dem Reiten hatte Florian Dolinschek als zehnjähriger Junge begonnen. Als Jugendlicher ging er bei den ersten Turnieren an den Start. 2011 nahm er am Turnier in der Stuttgarter Schleyerhalle teil und gewann den Nürnberger Burgpokal. Profireiter Andy Witzemann entdeckte und trainierte das Talent, das sich seitdem immer weiter entwickelt hat. Im vergangenen Jahr gewann Dolinschek den European Youngster Cup il Salzburg. Und auch mit der Saison 2018 ist der gelernte Industriekaufmann, der im familieneigenen Betrieb als Produktentwickler arbeitet, absolut zufrieden.

Idealen Standort gefunden

Doch inzwischen besitzt der 24-Jährige auch 13 eigene Pferde. „Um diese unterzubringen, haben wir bislang immer Boxen angemietet“, sagt er. Grundsätzlich sei das auch eine gute Lösung gewesen. „Aber wir wollten einfach den Umfang und die Möglichkeiten vergrößern – davon abgesehen, dass das Mieten von Boxen auch viel Geld kostet.“ Gemeinsam mit Mutter Ivanka und Vater Theo machte sich Dolinschek auf die Suche nach einem geeigneten Standort für das Traum-Projekt der Familie. Nachdem einige andere Optionen gescheitert waren, fanden sie in Harthausen einen idealen Standort für ihre Reitsportanlage. „Von diesem sind wir absolut begeistert“, sagt Florian Dolinschek.

Im September 2017 zogen Menschen und Tiere ein. Florian Dolinschek verlegte den Wohnsitz von seiner Heimatstadt Neufra in den Gammertinger Ortsteil. Die 27 Boxen im Stall sind komplett belegt – mit den 13 eigenen Pferden, aber auch mit Tieren anderer Reitsportler. Dazu zählt etwa Springreiter Tim Hoster. „Wir ergänzen uns hervorragend“, sagt Dolinschek. Beide bieten auf der Reitsportanlage in Harthausen unter anderem Trainingseinheiten für Nachwuchs-Springreiter an.

Neben dem Stall befindet sich eine 25 mal 50 Meter große Reithalle mit Heulager. Auf dem Außengelände gibt es außerdem einen 45 mal 75 Meter großen Reitplatz. Sowohl in der Halle als auch draußen können Hindernisse aufgebaut werden, an denen die Reiter mit ihren Pferden trainieren. Die Hindernisstangen bestellt Florian Dolinschek bei einem Holzproduzenten. Bemalen lässt er sie anschließend beim sozialen Dienstleistungsunternehmen Mariaberg, das Menschen mit Behinderung betreut und ihnen Arbeit gibt.

In Bewegung kommen die Pferde auf der Reitsportanlage auf verschiedene Art und Weise. So gibt es auf dem Außengelände beispielsweise einen mit Erde angelegten Wall, den die Pferde zur Abwechslung hoch und hinunter laufen können. Ein Be- und Entwässerungssystem inklusive Zisterne sorgt dafür, dass der Reitplatz fast jederzeit genutzt werden kann – auch nach starkem Regen oder in Trockenperioden. Dank Führmaschine setzen sich die Pferde auch dann regelmäßig in Bewegung, wenn niemand auf ihnen reitet. „Bewegung ist für die Tiere eben enorm wichtig“, sagt Florian Dolinschek.

Blick von der Stube in die Halle

In der Reiterstube tauschen sich die Pferdebesitzer und die drei angestellten Pferdepfleger auch über Themen abseits des Sports aus. Einen direkten Blick auf die Reithalle haben sie dabei aber trotzdem.

Doch die familiäre Atmosphäre lässt keinen Zweifel daran, dass in der Reitsportanlage Profis am Werk sind. Diese haben zum einen den sportlichen Erfolg im Blick, zum anderen aber auch den wirtschaftlichen. „Unser Ziel ist es, Pferde mit dem entsprechenden Potenzial für schwere Springprüfungen auszubilden“, sagt Florian Dolinschek. Dadurch gewinnen die Tiere an Wert und können teurer weiterverkauft werden. Der Preis muss dann aber natürlich stimmen. „Denn gerade wenn man mit einem Pferd sportliche Erfolge gefeiert hat, tut einem so ein Abschied natürlich weh.“

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