Peter Shub findet den Witz in jedem Ding

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Clown Peter Shub tritt in Mariaberg vor ausverkauftem Saal auf.
Clown Peter Shub tritt in Mariaberg vor ausverkauftem Saal auf. (Foto: Mariaberg)
Schwäbische Zeitung
In der Mariaberger Mehrzweckhalle bringt der Clown das Publikum mit einem frischen Blick aufs Alltägliche zum Lachen

Nervöses Kichern im Dunkeln der Mariaberger Mehrzweckhalle: Im Scheinwerferlicht sitzt Peter Shub, „der lauteste Pantomime der Welt“, ausgezeichnet mit dem begehrten Silbernen Clown des Internationalen Zirkusfestivals von Monte-Carlo. Peinlich berührt starrt er in die Zuschauermenge, winkt schüchtern, wackelt mit dem Zeigefinger und beginnt, die Leute in der ausverkauften Halle zu zählen – bis sich sein Finger verselbstständigt und sein Nasenloch erforscht.

Mit seinem Tour-Programm „Für Garderobe keine Haftung“ machte Peter Shub, der als Clown unter anderem im Circus Roncalli und im Cirque du Soleil auftrat, in Mariaberg Station. Im 60-köpfigen Publikum saßen – mit außreichend Abstand – auch langjährige Fans des Schauspielers und Varietéshow-Regisseurs, die mitunter auch selbst aus der Branche kommen. Das berichtet Mariaberg in einer Pressemitteilung. „Peter Shub ist absoluter Kult in der Szene“, wird eine Zuschauerin, die selbst als Clownin auftritt, zitiert. Organisator Winfried Maulbetsch, Stabstelle Stadtteilgestaltung/Kunst und Kultur bei Mariaberg freute sich „unheimlich, Peter Shub endlich einmal nach Mariaberg gebracht zu haben“.

Mit Fingerakrobatik und beeindruckender Körperbeherrschung unterhielt Peter Shub mit „visueller Stand-Up-Comedy“ das Publikum, welches er interaktiv zum Miauen, Keckern, Applaudieren und natürlich Lachen brachte. Häufig kämpft er mit dem Alltäglichen: ob mit dem Tisch, einer Garderobenstange oder einem Mikrofonständer. Dann lenkt er den Blick auf das Absonderliche, auf die absurden Möglichkeiten, die Alltagsgegenstände bieten: er schnippelt eine Basilikumstaude kurz und klein und pustet mithilfe eines Laubbläsers eine Toilettenpapierrolle wie Luftschlangen in die Höhe. In jedem Ding findet er einen Witz. Als selbsternannter Denglisch-Lehrer versuchte der gebürtige Amerikaner sein Glück mit dem schwäbischen Publikum. „How many people speak English?“, fragte er. Wenige Hände gingen in die Höhe. „Only three? Schei...“ Aber die Gags zünden auch auf (D-)Englisch und alles Unanständige verstünde das Publikum sowieso, freute sich Shub. Humor lässt sich nicht von Sprachbarrieren aufhalten und bei Peter Shub kommt dank Mimik und Slapstick-Einlagen auch mal ohne Worte aus.

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