Mariaberg startet musikalisch ins neue Jahr

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Ursula Herrmann-Lom (Orgel) und Michael Bühler (Trompete) begrüßen in Mariaberg musikalisch das Jahr 2020.
Ursula Herrmann-Lom (Orgel) und Michael Bühler (Trompete) begrüßen in Mariaberg musikalisch das Jahr 2020. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Einige Überraschungen haben Ursula Herrmann-Lom an der Orgel und Michael Bühler mit der Trompete für ihr Neujahrskonzert am Mittwoch in der Klosterkirche in Mariaberg mitgebracht. So variationsreich und zuversichtlich wie das Programm der Musiker möchte auch das soziale Dienstleistungsunternehmen Mariaberg das Jahr 2020 angehen.

Ursula Herrmann-Lom ist eine gern gehörte Organistin in der Klosterkirche. Klassisch, modern, lyrisch, verspielt und sogar tänzerisch war ihr Programm, bei dem sie zusammen mit Trompeter Michael Bühler das Publikum überraschte. Den feierlichen Auftakt machten die beiden Musiker mit der Sonata V des Italieners Domenico Gabrielli (gestorben 1690), dessen Komposition gleichzeitig eine Verbeugung vor der barocken Kirche ist.

Klassisch und doch mit einem frischen Zusammenspiel blieb es auch mit John Stanley aus dem 18. Jahrhundert und einer Komposition von Heinrich Ignaz Franz Biber aus dem 17. Jahrhundert. Anschließend spielte Ursula Herrmann-Lom kraftvoll und meisterhaft die „Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750).

Nach diesem musikalischen Höhepunkt wechselten die Musiker zunächst in die Gegenwart, die gleichfalls Spannendes zu bieten hat. Mit dem „Lied ohne Worte“ von der inzwischen in Deutschland lebenden russischen Komponistin Sofia Gubaidulina (geboren 1931) erzählten Trompete und Orgel von schweren Zeiten und endeten mit einem hoffenden Ausklang.

Ebenfalls wortlos interpretierten die Musiker Haiku von Walter Gatti, die der japanischen Gedichtform nachempfunden sind und ein Angebot an das Publikum bilden, eigene Worte dafür zu finden. Nach dem begleiteten Trompetensolo von Eugène Bozza (gestorben 1991) wagte sich Herrmann-Lom in der Kirche virtuos an die Fledermaus-Ouverture von Johann Strauß (1825-1899). Die Zuhörer konnten sich dabei in einen sommerlichen Kurpark versetzt fühlen und hören, wie freudig und tänzerisch das Leben sein kann. Mit Conradin Kreutzers „Variationen in G“ triumphierten Trompete und Orgel noch einmal, um das neue Jahr willkommen zu heißen.

Rüdiger Böhm, Vorstand des sozialen Dienstleistungsunternehmens Mariaberg, dankte den Besuchern nach dem anhaltenden Applaus und vor der im Chorraum gegebenen Zugabe mit einem irischen Tagessegen, der allen ein leichtes Herz und frische Gedanken wie Kleeblätter wünscht.

Stadtteilentwicklung geht weiter

Im Anschluss an das Konzert lud der Vorstand ins Kommunikationszentrum zum Gespräch ein. Mariaberg blickt zuversichtlich ins neue Jahr. Rüdiger Böhm freut sich, dass die Sanierungsarbeit nach Jahren der Planung um die Anpassung an die Landesbau- und die Landesheimbauverordnung beginnen kann. Für die Vorstände, so Böhm, bedeute dies, „Regionalisierung, Standort- und Stadtteilentwicklung“ voranzubringen.

Im Klosterhof 3 werden die Räume bereits angepasst. Ein weiteres Thema ist das Kulturprogramm. Es bleibt im bisherigen Umfang erhalten, weil unter anderem erfolgreich die zwanglose Begegnung auf Augenhöhe gelebt werden kann. „Hier entsteht Verständnis, Abbau von Hemmungen und Respekt vor dem Anderssein“, sagte Böhm. Neben verschiedenen Kulturveranstaltungen und der Sommerkunstwoche beteiligt sich Mariaberg am „Workcamp Internationale Begegnung bei Gemeinschaftsdiensten“, bei dem junge Menschen aus der ganzen Welt in diesem Jahr vor Ort lernen, wie ein Holzbackofen gebaut und genutzt werden kann.

Am 8. März wird eine Einzelausstellung des in Mariaberg lebenden Künstlers und Kulturpreisträgers Roland Kappel in der Kreisgalerie Meßkirch eröffnet. Am 1. März wird die Investitur von Pfarrerin Bärbel Danner gefeiert. Zusammen mit Diakonin Renate Nottbruck wird sie den Bereich Seelsorge für Mitarbeiter und Bewohner in besonderen Lebenssituationen übernehmen.

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