Mariaberg feiert mit buntem Jahrmarkt

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In einer kleinen Bahn lassen sich Kinder und Erwachsene über das Gelände fahren.
In einer kleinen Bahn lassen sich Kinder und Erwachsene über das Gelände fahren. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Eine Bilderstrecke zum diesjährigen Mariaberger Tag finden Sie im Internet auf

www.schwaebische.de

Der traditionelle „Mariaberger Tag, das Familienfest“ hat in diesem Jahr mit rund 5500 Besuchern noch mehr Gäste angezogen als in den Jahren zuvor. Das Konzept der Einrichtung „von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe“ in die Öffentlichkeit zu tragen, ging erneut auf. Zahlreiche Möglichkeiten an Mitmach-Aktionen und Spielen für die Jüngeren, aber auch Informationen zum Thema Inklusion, Ausbildung, Service und Therapie, wurden angeboten und gerne angenommen.

So bunt wie die Blume von Nadine auf dem Einladungsflyer leuchtete auch der Stadtteil Mariaberg an diesem Tag. Das mag zum einen an der Sonne gelegen haben, vor allem lag es jedoch an den Menschen, die sich offen begegneten. Zur Eröffnung begrüßte Vorstand Rüdiger Böhm auch im Namen des Vorstands Michael Sachs vor dem Gottesdienst die Gäste im Festzelt. Später übernahm er die Führungen durch die Klosterkirche und stand den ganzen Tag wie sein Vorstandskollege für Gespräche und Informationen zur Verfügung.

Beim feierlichen Gottesdienst, der vom Tanzkreis unter der Leitung von Annerose Heppenheimer und der Bläserei Mariaberg unter der Leitung von Atsuko Kawakami mitgestaltet wurde, stand das Thema „Die Taube und das Leben Jesu“ im Zentrum. Pfarrer Hans Heppenheimer bürstete das Bibelwort „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ gegen den Strich und setzte es gedanklich ins Jetzt und Heute: Was war das für ein Kind und später Jugendlicher, der die Erwartungen der Eltern enttäuschte? Bei Gott, so Heppenheimer, heißt „mein lieber Sohn“ nicht, dass es sich um ein braves Kind, das der Norm entspricht, handle. Der Mensch müsse immer wieder „neue Blickwinkel“ einnehmen. Zum Predigtzyklus zeigte der Mariaberger Männerkreis selbst gemalte ausdrucksstarke Bilder.

Nach der geistigen Nahrung konnten sich die Gäste beim Mittagessen im Zelt oder an den vielen Ständen rund um den Marktplatz auch körperlich stärken. Fürs Auge und fürs Ohr war ebenfalls viel geboten: Neben der Klosterkirche stand das Atelier von Gernot Bizer für Besucher und Gespräche offen. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Schulband, die Musikgruppe unter der Leitung von Hans-Christoph Bitzer, ein Panflötenkonzert und die Musikkapelle Feldhausen-Harthausen.

Viele Besucher kennen den Mariaberger Tag und kommen seit vielen Jahren. Für manche Eltern und Großeltern ist das Angebot für die Kinder besonders attraktiv. Denn alle Aktivitäten vom Malen – mit Maschine oder mit Hand – bis hin zu Geschicklichkeitsspielen sind bestens betreut. Beim Bungee-Trampolin bei der Klosterkirche konnte man dem Himmel ein wenig näher kommen. Aber auch beim abenteuerlichen Seilsprung über dem Abgrund oder an der Kletterwand sammelten die Kleinen Grenzerfahrungen. Besonders die Mädchen zeigten, dass sie an Wagemut in nichts den Jungs nachstehen.

Im Ehemaligenkaffee bei Livemusik der Schulband aßen Andrea Hannabach und eine Arbeitskollegin frisch zubereiteten und noch heißen Flammkuchen. Sie waren aus Tuttlingen angereist. Hannabach hat 1980 in Mariaberg ihre Ausbildung gemacht und bringt oft andere Gäste mit, damit diese sehen, was möglich sei: „Ich bin wie jedes Jahr begeistert, auch davon, wie sich die ganze Einrichtung weiterentwickelt hat. Das Gemeinsame ist toll.“ Dazugehören und nicht abgeschoben sein wird an diesem Tag mit dem Begriff Inklusion theoretisch wie praktisch „belebt“. Teilhaben am Geschehen ist auch für den erwachsenen Michael wichtig. Er lebt in der Mariaberger Außenwohngruppe in Sigmaringen und freute sich auf die Zirkusvorführung vom „Zirkus Kuuletti“. Während er wartete, erzählte er von seiner Arbeit und wie wichtig sie sei. Die Akrobaten erhielten von ihm und den anderen reichlich Beifall im Klosterhof. Gleichzeitig bekam die Musikkapelle Feldhausen-Harthausen ebenfalls Beifall im Festzelt. Dort konnte man den Tag noch bis 19 Uhr ausklingen lassen.

Eine Bilderstrecke zum diesjährigen Mariaberger Tag finden Sie im Internet auf

www.schwaebische.de

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