Kunstwoche mit „magischem Spirit“

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 Das Publikum applaudiert zum Abschluss der Kunstwoche in Mariaberg.
Das Publikum applaudiert zum Abschluss der Kunstwoche in Mariaberg. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Die zehnte Sommerkunstwoche ist mit einer Vernissage zu Ende gegangen. 155 Teilnehmer konnten unter Anleitung bei 31 Kursleitern und Assistenten unterschiedlichste Kunstrichtungen erproben und Eigenes produzieren. An 16 Stationen wurde das Geschaffene präsentiert.

Unter der Woche ergänzte ein Rahmenprogramm mit einer Führung, einem Puppentheater, den Kabarettisten „Ernst und Heinrich“ sowie ein musikalischer Grillabend mit Stefan Vollrat und Band, die Arbeit um die Kunst.

Der Klosterhof in Mariaberg war gut gefüllt, als Vorstand Rüdiger Böhm diese „schönste Woche im Jahreskreis in Mariaberg“ Revue passieren ließ: „Die 10. Sommerkunstwoche haben wir gemeinsam in bester Stimmung erlebt.“

Er erinnerte daran, dass der im vergangenen Jahr verstorbene Axel Klöss-Fleischmann die Idee dazu hatte und nun leider nicht mehr dabei sein kann: „Aber mir ist wichtig, dass wir heute an ihn denken.“ Gemeinsam mit Winfried Maulbetsch führte er die Sommerkunstwoche ein, die gleich beim ersten Mal ein voller Erfolg war.

Maulbetsch und Svenja Keller, die das Atelier 5 heute leitet, übernahmen bei diesem kleinen Jubiläum die Organisation. Das Besondere an den Kursen ist, dass Teilnehmer von außen kommen, aber auch Mitarbeiter teilnehmen und zudem Menschen, die von außerhalb anreisen oder in Mariaberg leben und zusätzlich Unterstützung erhalten.

Schnell sind die ersten Kurse ausgebucht

Am 11. März konnten sich alle über die Akademie Laucherttal anmelden und bereits nach wenigen Stunden waren die ersten Kurse ausgebucht. Die 155 Teilnehmer, bei denen oft ganze Familien aktiv sind, verteilten sich schließlich auf die Kurse Holzbildhauerei, verschiedene Malkurse oder Bronzegießen, das Formen von Körpern aus Ton oder „Verkreuzen von Fäden“, Land-Art oder Fotographie.

Von Anfang an sind „Abenteuer, Natur, Kunst“ und das Offene Atelier beliebt. Kinder fabrizierten in diesem Jahr unter anderem verschiedene bunte „Schweine mit und ohne Flügel“.

Bei Florian Kaisers Workshop „Street-Art“ für junge Erwachsene, so Böhm, hätte man es „fast in den Verkehrsfunk geschafft“, weil es mit einer verkehrsrechtlichen Anordnung beinahe „Stuttgarter Straßenverhältnisse“ in Mariaberg gab. Dafür haben die Jungkünstler jetzt eine zweite Wand am Atelier 5 gestaltet. Kaiser, der den dritten Kurs in Folge leitet, war es wichtig, „Bleibendes“ zu gestalten und stieß auf offene Ohren. Seine Kunst kann im Gegensatz zu den anderen Werken allerdings nicht am Abend der Vernissage nach Hause getragen werden.

Die Begeisterung der Dozenten wie der Teilnehmer war beim Rundgang an vielen Stellen präsent. Im Klosterhof konnten die Werke aus Weidengeflecht und die Schmiedekunst bewundert werden. Gernot Bizer freute sich über die bei ihm entstandenen phantasievollen Bilder im Klosterflur.

Der Fotograf und Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert zeigte die Resultate seines Workshops in einer Präsentation: „In diesem Jahr fand ich den Kurs besonders gut, die Teilnehmer haben super gut fotografiert, haben schnell angefangen zu experimentieren und zudem pflegten sie einen guten Umgang miteinander.“ Aber auch die Teilnehmer selbst rühmten diese Woche, die „eine ganz neue Art von Urlaub“ sei.

Bei „Groß, Wild, Bunt“ staunte Familie Hohnerlein aus Backnang. Mutter Annette konnte eine Woche „in eine komplett andere Welt eintauchen“. Sie selbst hatte sich in diesem Jahr das Weideflechten ausgesucht: „Es war schon anstrengend, obwohl es gleichzeitig sehr erholsam ist.“

Ihre Söhne Moritz und Philipp wählten die Holzbildhauerei. Philipp formte eine weitere Hand und freut sich schon, sie zu den beiden anderen stellen zu können. Moritz gelang ein Eisbär. Schon acht Mal waren die drei dabei. Der Familienvater holte sie schließlich ab und machte mit ihnen die Runde zu allen Kunstwerken: „Hier muss irgendein magischer Spirit herrschen, es ist ganz erstaunlich.“

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