Jugendhaus-Umzug und Ferienprogramm sind die größten Baustellen

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Als Teil des Sommerferienspaßes verschönerten vor zwei Jahren einige Kinder den Pausenhof der Gammertinger Grundschule. Doch di
Als Teil des Sommerferienspaßes verschönerten vor zwei Jahren einige Kinder den Pausenhof der Gammertinger Grundschule. Doch die Zahl der Anbieter, die sich am Ferienprogramm beteiligen, nimmt immer weiter ab. (Foto: Gabriele Loges/Archiv)
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Mit Alessandra Friemelt hat die Stadt Gammertingen seit Oktober vergangenen Jahres eine neue Jugendbeauftragte. Womit sie sich in den vergangenen knapp acht Monaten beschäftigt hat und was in nächster Zeit auf dem Programm steht, berichtete die 25-Jährige in der Sitzung des Gammertinger Gemeinderats am Dienstag. Zwei ihrer größten Baustellen dürften der Umzug des Jugendhauses und der Sommerferienspaß werden. Einen Einblick in ihre Arbeit gaben in der Gemeinderatssitzung außerdem Uta Knaus und Michael Egerter, die für die Schulsozialarbeit zuständig sind.

Alessandra Friemelt nutzte die Gelegenheit, um sich den Gemeinderäten noch einmal persönlich vorzustellen. Sie berichtete, dass sie sich schon vor dem Einstieg ins Berufsleben ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert habe. Vor dem Start in Gammertingen absolvierte sie dann eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin. Als Jugendbeauftragte begleite sie beispielsweise die Bauwagen-Initiativen in der Stadt und organisiere Veranstaltungen.

Zurzeit plant Alessandra Friemelt den Umzug des Jugendhauses vom Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Schey an der Sigmaringer Straße in die untere Etage der ehemaligen Textilfabrik Maute – zusammen mit den Mädchen und Jungen, die regelmäßig ins Jugendhaus kommen. „Denen ist vor allem die Einrichtung einer Chill-Ecke wichtig, außerdem hätten sie gerne einen Airhockey-Tisch“, sagte Friemelt. Bis Ende dieses Jahres solle der Umzug über die Bühne gehen. Zudem machten sich die Verantwortlichen erste Gedanken über eine mögliche Umbenennung des „Jugendbüros“ und über ein mögliches Programm zur Eröffnung des neuen Treffpunkts – zum Beispiel mit einer Theateraufführung.

Nur wenig Rückmeldungen für das Ferienprogramm

Eine große Aufgabe steht der Jugendbeauftragten aber auch mit der Organisation des Sommerferienspaßes in Gammertingen, Neufra, Hettingen und Veringenstadt bevor. Denn die Anzahl der Vereine, Institutionen und Privatpersonen, die sich daran beteiligen, ist von 16 im Jahr 2015 auf elf im Jahr 2016 und sieben im Jahr 2017 zurückgegangen. „Auch dieses Mal haben wir bislang nur recht wenig Rücklauf“, sagte Alessandra Friemelt im Gemeinderat. Dabei werden jedes Jahr durchschnittlich knapp 80 mögliche Anbieter angeschrieben.

„Wir überlegen gerade selbst, wie wir die Bereitschaft zur Beteiligung steigern können“, sagte die Jugendbeauftragte der „Schwäbischen Zeitung“ am Mittwoch. Viele Vereine hätten in der Vergangenheit beispielsweise darauf gehofft, beim Ferienspaß neue Mitglieder werben zu können – was dann nicht gleich geklappt habe. Offenbar lasse aber auch ganz generell die Bereitschaft nach, sich am Ferienspaß zu beteiligen. „Dabei macht das Programm die vier Gemeinden doch auch in den Ferien attraktiv“, sagte Friemelt. „Es stärkt die Struktur der Vereine und fördert bei den Jugendlichen die Bindung an ihre Heimat.“

Kinder lernen, ihre Gefühle zu beschreiben

Uta Knaus und Michael Egerter von der Schulsozialarbeit demonstrierten im Gemeinderat, wie sie mit Kindern und Jugendlichen über deren Gefühle ins Gespräch kommen. „Fragen wir danach, bekommen wir meistens eine von drei Antworten: scheiße, gut und normal“, sagte Knaus. Sie und ihr Kollegen wollten den Mädchen und Jungen helfen, diese Gefühle näher beschreiben zu können. Das funktioniere – auch je nach Alter der Kinder und Jugendlichen – auf verschiedene Art und Weise.

Zur Demonstration legten Knaus und Egerter Zeichnungen von lustigen Monstern aus, die mal ängstlich, mal wütend und mal gut gelaunt aussehen. „Die Kinder können sich dann das Monster aussuchen, das am ehesten zu ihrer Gefühlslage passt“, sagte Uta Knaus. Anschließend könnten sie passende Wörter zuordnen oder pantomimisch darstellen, zum Beispiel „liebevoll“, „wütend“, „verliebt“, „fröhlich“ oder „verschlossen“.

Dass es gar nicht so einfach ist, die eigenen Gefühle auf den Punkt zu bringen, erfuhren die Gemeinderäte, als sie anschließend Karten mit verschiedenen Fragen zogen. Auch mit diesen werden die Kinder und Jugendlichen dazu animiert, sich zu öffnen. „Wie sieht der sicherste Ort der Welt aus?“, werden sie zum Beispiel gefragt. Oder: „Am Vorabend deines Geburtstags entdeckst du im Schlafzimmer deiner Eltern ein großes Paket. Was würdest du tun, wenn es niemand merkt?“ Lob für einen Einblick in diese Herangehensweise äußerte beispielsweise Birgit Ocker (Gleiches Recht für alle). „Jetzt kann man sich vorstellen, wie Sie an die Kinder herankommen“, sagte sie.

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