Jontef unterhält in Mariaberg mit Klezmermusik und Theatereinlagen

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Wolfram Ströle, Joachim Günther, Michael Chaim Langer und Peter Falk (von links) spielen Stücke aus 30 Jahren Bandgeschichte.
Wolfram Ströle, Joachim Günther, Michael Chaim Langer und Peter Falk (von links) spielen Stücke aus 30 Jahren Bandgeschichte. (Foto: Mariaberg)
Schwäbische Zeitung

Bei einem Konzert im Mariaberger Kommunikationszentrum hat das Tübinger Ensemble Jontef den Gästen einen Einblick in die jiddische Musikkultur gegeben. Anlässe für den Auftritt waren das 30-jährige Bestehen der Gruppe und die interkulturelle Woche im Landkreis Sigmaringen. Die Musiker riefen Bilder der Vergangenheit im jiddischen Stedl wach und unterhielten das Publikum mit Klezmermusik und Theatereinlagen.

Das Quartett war 1988 am Landestheater Tübingen gegründet worden. Die Gruppe besteht aus dem aus Israel stammenden Michael Chaim Langer (Gesang und Schauspiel), Joachim Günther (Klarinette und Akkordeon), Wolfram Ströle (Violine und Gitarre) und Peter Falk (Kontrabass). Beim Auftritt in Mariaberg bewies das Ensemble, wie vielseitig ihre Musiker sind.

Fröhliches und Wehmütiges

Sänger Michael Chaim Langer verknüpft die Musikstücke mit Erzählungen über die Gesellschaft im „Jiddischland“, über den Alltag in der Talmud-Schule oder die Tanzgewohnheiten des Rabbiners. Jontef bedeutet Festtag, und dazu darf das „Gläsele Maschke“, das Gläschen Schnaps, nicht fehlen: Neben diesen fröhlichen Liedern, bei denen der eine oder andere im Publikum Lust zu Tanzen bekam, hatte Jontef auch wehmütige Klänge im Repertoire. „Was jiddisch einmal gewesen ist, wird es nicht mehr geben“, sagte Langer und sang in „Reb Levi Itzhak“ darüber, wie der Rabbi vor seiner Gemeinde erstarrt, gelähmt von den Grauen des Ghettos. Bei Jontef hat jedes Bandmitglied seinen Glanzmoment: Die Vollblutmusiker überzeugten im gemeinsamen Spiel ebenso wie bei ihren Soli.

Doris Bihlmaier aus Pfronstetten freute sich, dass Klezmer-Musik auf dem Mariaberger Konzertprogramm stand. „Anderen erkläre ich das Genre so, dass es ein bisschen wie Irish Folk klingt, aber eben auf Jiddisch gesungen wird“, sagte sie. Sie selbst versteht die Sprache von Haus aus, für andere gab es die Liedtexte übersetzt zum Mitlesen.

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