HzL schlüpft unters Dach der SWEG

Lesedauer: 4 Min
Der Name Hohenzollerische Landesbahn soll auch nach der Fusion beibehalten werden.
Der Name Hohenzollerische Landesbahn soll auch nach der Fusion beibehalten werden. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
Ignaz Stösser
Redakteur Alb/Lauchert

Aus zwei mach eins: Das Land Baden-Württemberg legt die Hohenzollerische Landesbahn (HzL) und die Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG) zusammen.

Für die rund 1200 Mitarbeiter beider Unternehmen und für die Nutzer von Bahn und Bus wird sich laut Mitteilung von Landrätin Stefanie Bürkle so gut wie nichts ändern. Auch der Name Hohenzollerische Landesbahn soll in den Regionen, in denen die HzL unterwegs ist, beibehalten werden.

„Mit diesem Zusammenschluss will das Stuttgarter Verkehrsministerium ein schlagkräftigeres Unternehmen aufbauen, das sich im Wettbewerb um Aufträge besser behaupten kann“, so die Landrätin in einer Pressekonferenz, zu der sie gemeinsam mit ihrem Kollegen aus dem Zollernalbkreis, Günther-Martin Pauli, eingeladen hatte. Ein erster Testlauf sei auch schon bestanden. Das gemeinsame Unternehmen hat sich bereits vor Abschluss der Fusion an der Ausschreibung für den „Ulmer Stern“ beteiligt und den Auftrag an Land ziehen können. Das gemeinsame Unternehmen wird künftig dieses Streckennetz bedienen.

„Für solch große Ausschreibungen hat der HzL einfach die Luft gefehlt“, erläutert die Landrätin. Zwar sei das Unternehmen keinesfalls in einer finanziellen Schieflage, doch mittelfristig hätte es zu Problemen kommen können, weil die HzL zu klein sei, um im Wettbewerb mit den Großen auf lange Sicht bestehen zu können. Darum hätten die Verantwortlichen die Fusion aus einer gewissen Position der Stärke angehen wollen.

Landkreise sind mit jeweils 14 Prozent beteiligt

Die SWEG gehört zu 100 Prozent dem Land, die HzL zu 72 Prozent. Die beiden Landkreise Sigmaringen und Zollernalb waren mit jeweils 14 Prozent an der HzL beteiligt. Wirtschaftsprüfer haben errechnet, dass der Ertragswert der SWEG 33,8 Millionen Euro beträgt, jener der HzL gerade mal vier Millionen. Das Schienenstreckennetz der HzL ist mit 123 Kilometern um einiges länger als jenes der SWEG, das 89 Kilometer beträgt. Die HzL ist vor allem durch die dünne Besiedlung des ländlichen Raumes benachteiligt.

Landrätin Bürkle und ihr Kollege Pauli betonten, dass das Land in den Vorgesprächen sehr fair mit den kleinen Partnern umgegangen sei. „Alle unsere Wünsche wurden berücksichtigt“, hieß es.

Die Landkreise werden an dem großen Unternehmen künftig mit jeweils 2,5 Prozent beteiligt sein, obwohl ihnen laut Ertragswert lediglich 1,5 Prozent zustehen würden. Jeder Landkreis wird zudem einen Sitz in dem zwölfköpfigen Aufsichtsrat haben.

Die Mitarbeiter werden alle weiterhin beschäftigt – die SWEG verfügt über 900, die HzL über 300. Die HzL-Standorte Gammertingen und Hechingen werden weiterhin beibehalten. Auch Investitionen sollen in Angriff genommen werden, wie beispielsweise die Elektrifizierung der Strecke zwischen Hechingen und Gammertingen.

Die HzL verfügt über drei Standorte in der Region. In Hechingen hat die Verwaltung ihren Sitz, in Gammertingen betreibt sie ihre Hauptwerkstatt und einen Omnibusbahnhof, in Immendingen gibt es ebenfalls eine kleinere Werkstatt. Den Gammertinger Bahnhof gestaltet sie derzeit für rund fünf Millionen Euro komplett neu.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen