Freie Fläche dient erst einmal als Parkplatz

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Abgeräumt: Die Gebäude auf dem Reiser-Stoll-Areal sind Geschichte. Wie es mit dem Gelände weitergeht, bleibt weiter offen.
Abgeräumt: Die Gebäude auf dem Reiser-Stoll-Areal sind Geschichte. Wie es mit dem Gelände weitergeht, bleibt weiter offen. (Foto: Sabine Rösch)
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

In Gammertingen sind die Abbrucharbeiten auf dem Reiser-Stoll-Areal zu Ende gegangen. Auf einem Teil der Fläche können vorerst gut 60 Autos parken. Wie das gesamte Gelände in Zukunft genutzt werden soll, entscheidet sich voraussichtlich im kommenden Jahr.

Ende September waren auf dem Reiser-Stoll-Areal die Abrissbagger der Firma Heinrich Teufel aus Straßberg angerückt. Diese räumten das rund 10 000 Quadratmeter große Gelände, von dem nun etwa 5000 Quadratmeter zur Bebauung zur Verfügung stehen. „Die Endabrechnungen laufen bereits“, sagt Bürgermeister Holger Jerg. Lediglich ein Haufen mit Bauschutt müsse noch auf mögliche Schadstoffe hin untersucht werden. Dann entscheide sich, ob das Material wiederverwendet oder entsorgt wird.

Offen ist noch, wie das Reiser-Stoll-Areal in Zukunft genutzt werden soll. Der vordere Bereich zur Sigmaringer Straße hin eignet sich aus Sicht der Stadtverwaltung etwa für kostenlose Parkplätze für Dauerparker. Eine in den vergangenen Wochen entstandene Schotterfläche kann dafür bereits jetzt genutzt werden – zumindest vorübergehend.

Beleuchtung soll folgen

„Der Bauzaun wurde zurückgesetzt, sodass die Fläche als Parkplatz für rund 60 bis 65 Autos zur Verfügung steht“, sagt Holger Jerg. Mit neuen Schildern wolle die Stadt noch ausweisen, welcher Bereich auch für Lastwagen geeignet ist. „Die entsprechende Beschilderung haben wir bei der Verkehrsbehörde bereits beantragt“, sagt Jerg. Auch eine vorübergehende Beleuchtung für die dunklen Morgen- und Abendstunden sei geplant. „Außerdem wollen wir die Altglascontainer wieder etwas nach hinten verlegen.“

Doch die langfristigen Ideen für das Reiser-Stoll-Areal gehen über Parkplätze hinaus. So gibt es private Interessenten, die auf dem hinteren Bereich des Geländes gerne Wohnungen für Menschen aus dem persönlichen Umfeld errichten würden. „Mit den potenziellen Bauherren stimmen wir zurzeit die Termine für die nächsten Treffen ab“, sagt Holger Jerg. Diese fänden voraussichtlich Anfang 2019 statt.

Auch die Idee, auf dem Gelände ein neues Pflegeheim zu errichten, steht noch im Raum. „Erst wenn diese Standortfrage geklärt ist, können wir uns der Zukunft des Reiser-Stoll-Areals widmen“, sagt der Bürgermeister. Für die erste Jahreshälfte 2019 sei ein bürgerschaftlicher Prozess geplant, der Aufschluss über den Bedarf von Senioren für die Pflege geben soll. „Dabei wird es etwa um alternative Wohnformen zu stationären Pflegeplätzen und um ambulante Angebote gehen“, sagt Holger Jerg. Die Entscheidung darüber, wo das neue Pflegeheim gebaut wird, solle aber unabhängig davon fallen.

Ein weiteres mögliches Projekt für das Reiser-Stoll-Areal wäre ein Ärztehaus. „Zurzeit streben wir aber eher die Wiederbelebung leerstehender Praxisräume an“, sagt Holger Jerg. So gebe es in der Stadt beispielsweise seit Sommer 2016 keinen Gynäkologen mehr. Im Idealfall könne sich das schon bald ändern. „Wir führen Gespräche mit einer Frauenärztin, die großes Interesse an einer Ansiedlung in Gammertingen zeigt.“

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