Feldhauser wünschen sich ein neues Feuerwehrhaus

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Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Einen „harten Kampf“ habe Gammertingens Ortsteil Feldhausen hinter sich, sagt Ortsvorsteher Hans Steinhart. Glücklicherweise mit gutem Ausgang: Die Grundschule im Ort bleibt auch weiterhin erhalten. Mit Cornelia Gulde hat sie seit einem Jahr eine neue Schulleiterin, außerdem ist eine 1,2 Millionen Euro teure Sanierung des Gebäudes geplant. Das Montessori-Konzept macht die Einrichtung für Eltern zusätzlich attraktiv. Und so können die gut 400 Feldhauser demnächst für die weiteren Projekte auf ihrer Wunschliste kämpfen.

Hans Steinhart unterstreicht, dass es mit dem Erhalt der Grundschule um weit mehr geht als nur um den Unterricht für die rund 40 Kinder. „Der Wegfall der Schule hätte den Verlust wichtiger Infrastruktur bedeutet“, sagt er. „Dass die folgenden Generationen in Feldhausen bleiben und dort ihre Eigenheime bauen, liegt auch daran, dass es im Ort eine Schule gibt.“ Die letzten Bauplätze seien im vergangenen Jahr verkauft worden. Mittelfristig sollen 20 neue erschlossen werden. „Neun Interessenten gibt es bereits.“

Wechsel in der Schulleitung

Noch vor drei Jahren war die Zukunft der Grundschule in Feldhausen vollkommen ungewiss. Die Schülerzahlen gingen zurück, Schulleiter Dieter Schmelzle stand kurz vor dem Ruhestand. Und die Bereitschaft, die Leitung von Schulen auf dem Land zu übernehmen, geht insgesamt zurück.

Dass die Schule nun trotzdem eine Zukunft habe, sei unter anderem dem Einsatz des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) von Mariaberg zu verdanken, sagt Hans Steinhart. Dieses unterrichtet Kinder mit Behinderungen in eigenen Räumen in Feldhausen, aber auch zusammen mit den Mädchen und Jungen der eigentlichen Grundschule. Auch Gammertinger Gemeinderäte machten sich für den Erhalt der Schule stark. Und Cornelia Gulde fasste sich im Frühjahr 2017 ein Herz und bewarb sich auf die frei werdende Schulleiterstelle – Rettung geglückt.

Selbstverständlich hat Feldhausen aber noch mehr zu bieten als die Grundschule: Es gibt einen Kindergarten und die Kirche St. Nikolaus ist zum Beispiel für Hochzeiten auch bei Auswärtigen beliebt. Jugendliche treffen sich in den Räumen des 1986 gegründeten Heavy Metal Clubs oder bei der Grillstelle am Kinderspielplatz Ölberg. „Diese ist auch Treffpunkt bei Familienfeiern“, sagt Hans Steinhart. Musikalisch geprägt ist der Ortsteil von der Stadtkapelle Feldhausen-Harthausen und dem Kirchenchor.

Die beiden Wirtschaften im Ort sind schon lange geschlossen, einen Treffpunkt gibt es mit dem in Eigenregie umgebauten Zunftstüble aber trotzdem. Direkt nebenan wird die Backhaus-Tradition fortgeführt. Ehrenamtlich gepflegt wird die Lourdes-Grotte am Ortsrand.

Straße mit Sanierungsbedarf

Die Beispiele zeigen: Vieles in Feldhausen funktioniert fast wie von allein. Wunschlos glücklich also? Nicht ganz. „Die Inneringer Straße wird immer wieder geflickt“, sagt Hans Steinhart, der sich eine ordentliche Sanierung wünscht – mittelfristig auch für die Hauptstraße. Außerdem auf der Prioritätenliste ganz oben: ein neues Feuerwehrhaus. Das bestehende ist etwa 50 Jahre alt und den modernen Anforderungen kaum noch gewachsen. Eine Erweiterung gestaltet sich schwierig, unter anderem wegen der Nähe zum Rathaus. „Einem der ältesten Hohenzollerns“, wie Hans Steinhart erklärt.

Auf dem eigenen Friedhof finden die Feldhauser ihre letzte Ruhe. Aber nicht nur sie, sondern zum Beispiel auch die Nachbarn aus Harthausen, zu denen sie ein freundschaftlich-neckisches Verhältnis pflegen. „Auch für sie führt der letzte Gang immer nach Feldhausen“, sagt Hans Steinhart mit einem Augenzwinkern.

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