Extremsportler motiviert die Gammertinger

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"Wer 15 Tage alleine jeweils zwölf Stunden durch die Wüste läuft, der muss doch eine an der Klatsche haben", sagt der Extremspor (Foto: Ignaz Stösser)
Schwäbische Zeitung
Ignaz Stösser
Redakteur Alb/Lauchert

Er ist eher zierlich gebaut, doch seine schlanke Gestalt ist drahtig, an seinem Köper ist nicht das geringste Fettpölsterchen zu erkennen. Der Extremsportler und Motivationsexperte Norman Bücher war am Samstag zu Gast beim Neujahrsempfang in Gammertingen. Mit seinem Vortrag versuchte er, die Gammertinger und zahlreiche Ehrengäste zu motivieren, sich im neuen Jahr Ziele zu setzen und diese auch zu verfolgen. Seine Botschaft: Jeder könne an seine Grenzen gehen und mehr erreichen als bisher gedacht.

Eines seiner Beispiele war das von einem Farmer in Australien, der sich im Alter von 81 Jahren an einem Marathonlauf beteiligte - ohne Vorerfahrung, ohne Verpflegungsstützpunkte oder Unterkünfte auf der Strecke. Am ersten Tag seien die Spitzensportler der Branche losgespurtet und hätten den alten Mann bald weit hinter sich gelassen. Nach 18 Stunden legten sie sich zu einem sechsstündigen Schlaf nieder, der Farmer lief jedoch durch und hatte am nächsten Morgen einen Vorsprung von 30 Kilometer. Schließlich beendete er die harte Tour mit einem Vorsprung von eineinhalb Tagen. Norman Bücher empfahl seinen Zuhörern: „Testen Sie in Ihrem Bereich Ihre Grenzen aus!“ Er selbst geht mit seinem Sport immer wieder bis an seine Grenzen. Der „Run to the Rock“ in Australien sei für ihn das Härteste gewesen, was er bisher gemacht habe. Es galt, in 15 Tagen 1120 Kilometer durch die Wüste zu laufen. Danach erzählte er der Zeitschrift „Gesundes Leben“ in einem Interview Ffolgendes: „Wenn ich ein anspruchsvolles Ziel habe, von dem ich mir vorher nicht sicher bin, ob ich es erreichen werde, dann sind hinterher, wenn ich es tatsächlich geschafft habe, die Glücksgefühle umso größer.“

Immer wieder machte der Extremsportler in seinem kurzweiligen Vortrag die Zuhörer darauf aufmerksam, dass seine Erfahrungen übertragbar seien auf den Alltag eines jeden Menschen. Man müsse sich ein Ziel setzen, müsse motiviert sein, müsse sich darauf konzentrieren und die entsprechende Willenskraft aufbringen, es zu erreichen. „Dann funktioniert das.“

Bürgermeister formuliert kommunalpolitische Ziele

Engagiert und optimistisch formulierte auch der Gastgeber, Bürgermeister Holger Jerg, im Vorfeld des Vortrags die kommunalpolitischen Ziele seiner Stadt. Dabei nannte er als bedeutsames Projekt den Ausbau der „Datenautobahn“ im Laucherttal. Das Glasfasernetz für ein schnelleres Internet werde für 1,5 Millionen Euro erweitert. Er versprach, das Sanierungsverfahren „Stadtkern/Schlossanlage“ weiter voranzubringen. Ebenso begrüße er es, dass die Hohenzollerische Landesbahn in Gammertingen 4,5 Millionen Euro investieren will, um den Bahnhofsbereich zu erneuern. Das verbessere die Verkehrsinfrastruktur und sichere die Arbeitsplätze. Eine weitere Zielsetzung sei, den Schulstandort Gammertingen zu sichern. Dazu soll eine nachhaltige Bildungs- und Schulentwicklungskonzeption erstellt werden.

Der Bürgermeister machte auch deutlich, dass das Wirken der Ehrenamtlichen für die Stadt sehr wichtig sei. „Zahlreiche ehrenamtliche Aktivitäten haben im Jahr 2013 eine sehr positive Resonanz erfahren.“ Er nannte die Jubiläumsausstellungen des TSV und der Feuerwehr, die Weihnachtsbaum-Allee, die kirchlichen Besuchsdienste und die Hospitzgruppe, das Engagement vieler Jugendlicher in unterschiedlichen Bereichen und die Bereitschaft vieler Bürger, sich im kommunalpolitischen Bereich zu engagieren.

Für Abwechslung sorgte die Gammertinger Band „True Calling“, die vom Bürgermeister als „Spitzenmarkenprodukt der Stadt“ bezeichnet wurde. Die Gruppe kam mit ihren rockigen Songs auch beim älteren Publikum sehr gut an. Drei Streicher der jungen Reutlinger Sinfonie wirkten mit und sorgten für einen abgerundeten Klang.

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