Ein Film voller Ironie und Klischees

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Mutter und Tochter aus Hohenstein freuen sich mit Popcorn auf den Leserwunschfilm der Schwäbischen Zeitung.
Mutter und Tochter aus Hohenstein freuen sich mit Popcorn auf den Leserwunschfilm der Schwäbischen Zeitung. (Foto: Gabriele Loges)
gl

Zum Wunschfilm der SZ-Leser, „Monsieur Claude und seine Töchter 2,“ sind am Mittwoch etwa 280 Zuschauer zum Open-Air-Kino in den Innenhof des Schey-Gebäudes gekommen. Trotz frischer 13 Grad gab es bei der Fortsetzung der erfolgreichen Komödie viel zu lachen. Jeder Besucher erhielt zudem eine Portion Popcorn gratis dazu.

Wegen des Wetters saßen ein paar Vorsichtige schon früh unter den wenigen überdachten Plätzen. Mutter und Tochter aus Hohenstein ließen sich weiter vorne das Popcorn schmecken und freuten sich über den kommenden Film. Die Tochter wollte ihn unbedingt sehen und überhaupt, so die Hohensteinerin, gehöre das Open-Air-Kino für sie zum Sommer: „Das ist jetzt nach dem Urlaub eine Verlängerung der Sommerzeit.“ Auch aus Bernloch waren drei Zuschauer gekommen, mit Mütze und Anorak konnte ihnen kein Wetter etwas anhaben: „Man muss halt ausgerüstet sein.“ Das Ambiente eines Open-Air-Kinos sei mit nichts zu vergleichen, allerdings fänden sie es in Gammertingen noch schöner als in Reutlingen. Auch etliche Einheimische erwarteten mit Spannung den Film.

Die Akteure sind die gleichen wie beim ersten Monsieur-Claude-Film, der im Original übersetzt „Was haben wir dem lieben Gott denn schon wieder getan?“ heißt. Bereits im ersten Film wurde das „typisch französische“, also katholisch-konservative, wohlsituierte Ehepaar auf eine harte Probe gestellt: Die jüngste der vier hübschen Töchter der Familie hatte sich zwar endlich einen katholischen Gatten ausgesucht, aber dass dieser mit dunkler Hautfarbe und einer temperamentvollen afrikanischen Familie aufwartet, war so nicht geplant. Sie arrangierten sich jedoch wohl oder übel mit der Situation.

Zu Beginn des zweiten Films kommt das Paar Claude und Marie – die Eltern – von einer Reise, die sie in die Heimatländer ihrer Schwiegerfamilien gemacht haben, zurück. „Politisch korrekt“ will das Paar von seiner Reise erzählen, aber so einfach ist das nicht, ständig treten sie mit ihrer Frankreichliebe in bereitstehende Fettnäpfchen. Doch die Töchter warten mit schlechten Nachrichten auf; sie wollen mit ihren Männern in ihre Ursprungsländer auswandern. Das jedoch wissen Claude und Marie mit vielen Tricks und finanzieller Potenz zu verhindern: „Denn in Frankreich ist es doch am schönsten.“ Eine Komödie muss übertreiben und so werden viele Klischees um das Thema „Heimat und Migration“ bedient.

Und das kam auch bei den Zuschauern an, die mit ihren Decken, Sitzkissen und unter afrikanischen Hochzeitsrhythmen aus dem Abspann wieder gingen; dieser Film, so die Familie aus Gammertingen, habe sich „auf jeden Fall“ sehr gelohnt.

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