„Die Tafel Gammertingen“ wird am Mittwoch eröffnet

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 Mann steht mit einem Korb in der Hand vor dem Eingang der Tafel
Uwe Müller vom DRK-Kreisverband Sigmaringen, betreut die Tafelläden im Kreis und freut sich über die Wiedereröffnung in Gammertingen. (Foto: gl)
Gabriele Loges

Nach mehr als vier Monaten Unterbrechung öffnet „die Tafel“ in Gammertingen wieder. Die Eröffnung ist am Mittwoch, 5. Februar. Bedürftige Menschen können jetzt jeweils mittwochs und freitags, von 11.30 bis 12.30 Uhr, zu stark reduzierten Preisen Waren kaufen. Spenden werden jeweils von 7 bis 11 Uhr angenommen. Auch Frischware wird von den ehrenamtlichen Helfern während dieser Zeit abgeholt und in die Regale geräumt.

Die Dauerware steht schon am vorgesehenen Platz in der Schwedengasse 2, auf der anderen Straßenseite des Rathauses und direkt an der Lauchert. Früher im Schey-Gebäude war „die Tafel“ mehr vor der Öffentlichkeit geschützt. Doch die Notwendigkeit von Tafelläden lässt sich auch auf dem Land nicht leugnen und das Einkaufen dort sei, so Uwe Müller, wirklich nichts, wofür man sich schämen müsse. Müller arbeitet beim Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Sigmaringen, und ist Leiter der vier „Tafeln“ im Landkreis Sigmaringen. Um dort einkaufen zu können, muss man seine Bedürftigkeit nachweisen. Die Berechtigungsnachweise kann das Sozialamt, der Wohlfahrtsverband oder auch die Kirche ausstellen. Zunächst gilt bei Menschen, die noch nicht im Rentenalter sind, die Genehmigung für ein halbes Jahr und wird dann im Bedarfsfall verlängert.

Nichts, wofür man sich schämen müsste

Uwe Müller ist froh, dass nun alles geregelt ist: „Ich hoffe vor allem, dass mein Telefon nicht mehr ständig klingelt und die Leute fragen, wann macht ihr endlich auf?“ Die Menschen seien dankbar für die Unterstützung durch diese Art des Einkaufens. Aber es ist auch ein Ort, an dem man sich austauschen könne. Ein kurzes Gespräch, so Müller, gehöre oft dazu. Rund 200 Berechtigte von insgesamt 2000 im Landkreis kaufen regelmäßig in Gammertingen in der Tafel ein.

Das Innere des Ladens erinnert an einen Tante-Emma-Laden. Die Regale mit den Frischwaren und zwei Kühltruhen sind noch leer. Diese Waren werden erst am jeweiligen Morgen geholt. Dafür steht ein Lieferwagen mit Kühlmöglichkeit zur Verfügung. „Die Tafel“ arbeitet mit verschiedenen Discountern und Einzelhandelsgeschäften in der näheren Umgebung zusammen. Am Morgen können auch funktionstüchtige Haushaltsartikel und gereinigte Kleidung abgegeben werden. So finden sich jetzt schon in den Regalen Bücher, Schuhe oder Spiele. Sogar selbstgestrickte Strümpfe warten auf ihre neuen Besitzer. Müller zeigt sich hier als geschickter Organisator: „Ich habe Wolle bekommen und verteile sie wieder an Frauen, die Lust haben zu stricken, damit ist allen geholfen!“

„Die Tafel“ ist auf Hilfe angewiesen. Daher war auch beim neuen Laden Eigeninitiative gefragt. Viele ehrenamtliche Helfer haben mitgeholfen, um den Laden im denkmalgeschützten Haus beziehen zu können. Der Verein muss für diesen die ortsübliche Miete bezahlen. Müller ist trotzdem zuversichtlich, dass jetzt alles wieder gut läuft: „Wir suchen übrigens noch ehrenamtliche Mitarbeiter, Fahrer und Beifahrer und seien es nur für zwei Stunden pro Woche, wir sind ein gutes Team und haben frei organisierbare Arbeitszeiten.“

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