Ausschnitt aus einem Bild von Gernot Bizer
Ausschnitt aus einem Bild von Gernot Bizer (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

In der Klosterkirche in Mariaberg findet am Sonntag, 24. März, um 14 Uhr die Vernissage der Ausstellung „Gernot Bizer – „Reise zum Horizont“ und Wolfgang Wiebe – „Erdzeitalter“ statt. Im ersten Stock des Klostergebäudes sind bis 7. Juni zahlreiche Werke dieser Künstler zu sehen. Eine Einführung gibt Svenja Keller, Kunsttherapeutin und künstlerische Leiterin des Mariaberger Atelier 5. Im Wechsel werden Christian Segmehl am Saxofon und Anton Roggenstein an der Orgel zu jeweils drei Bildern der Künstler eine spontane musikalische Interpretation spielen. Die Künstler sind anwesend.

„Reise zum Horizont“ nennt Gernot Bizer seine Werkauswahl. Wer möchte nicht auch dorthin, wo Himmel und Erde sich berühren – auf eine Reise gar hinter den Horizont? So reizvoll dieser Gedanke auch sein mag, er muss Illusion bleiben und in die Einsicht münden, dass eine Reise zum Horizont nie ihr Ziel erreichen kann. Und trotzdem macht sie Sinn, sofern sich die Erkenntnis einstellt, dass der Weg das Ziel ist. Immer neue Horizonte werden auftauchen und den Gesichtskreis weiten. Kreativität stellt sich ein und verarbeitet die Eindrücke, Neues kann sich entfalten. Kontinuität spielt dabei keine Rolle mehr. Flexibel soll die Malerei bleiben als ein artistisches Spiel mit allen verfügbaren Modalitäten und Mitteln. Dazu gehört ganz elementar das Experiment, das einerseits neue Wege eröffnet, andererseits aber auch Anlass gibt zur Rückbesinnung auf die Sternstunden der Malerei – als Quelle der Inspiration und Innovation.

Gernot Bizer lebt in Mägerkingen und hat sein Atelier in der Burghaldenstraße in Mariaberg. Seine Künstlerische Ausbildung bekam er im Rahmen des Lehramtsstudiums, an der Kunstschule Khan-Leonhard und an der Freien Kunstakademie Überlingen. Er ist Illustrator der Kinderbuchserie „Der kleine Albtroll“ und Dozent bei der Sommerkunstwoche Mariaberg.

„Erdzeitalter“ ist der Titel der neuesten Bilderserie von Wolfgang Wiebe. Die verschiedenen Perioden wie zum Beispiel „Kambrium“ oder „Jura“ sind formaler Anlass, die einzelnen Werke frei assoziativ zu bearbeiten. Begriffe wie „Erdkraft“, „Geologische Formation“ oder „Sedimentation“ inspirieren den Künstler. Der Duktus der Bilder ist geprägt durch einen flexiblen Umgang mit den Aggregatzuständen der Farbe: Es wird geschüttet, gespritzt, zerstäubt, gespachtelt, aber auch separat angelegte Acrylfarb- und Collagematerialien werden appliziert.

Wiebe erhielt künstlerische Unterweisungen bei dem Maler Friedrich Sieber in Stuttgart, später bei Prof. Robert Förch in seiner Ausbildung zum Grafik-Designer. Seit 1983 ist er selbstständig und arbeitet als Maler, Grafiker und Kunstdozent.

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