Allein 1,5 Millionen Euro entfallen auf die Brandschutzmaßnahmen

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Die Schüler am Gammertinger Gymnasium können künftig sorglos lernen, wenn der Brandschutz erneuert worden ist.
Die Schüler am Gammertinger Gymnasium können künftig sorglos lernen, wenn der Brandschutz erneuert worden ist. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Zwei neue Fluchttreppen für den Brandschutz, moderne Fenster, eine zeitgemäße Elektro-Installation: Architekt Elmar Heinemann hat in der Sitzung des Gammertinger Gemeinderats am Dienstag die Details für die bevorstehende Sanierung des Gymnasiums vorgestellt. Diese wird voraussichtlich rund fünf Millionen Euro kosten. Allerdings hofft die Stadt, dass Land und Bund davon drei Millionen übernehmen. Wenn das klappt, könnten die Arbeiten bis zu den Sommerferien 2020 erledigt sein.

Gut 1,5 Millionen Euro entfallen allein auf die Umsetzung moderner Brandschutz-Maßnahmen. So müssen im Altbau beispielsweise mehrere Brandabschnitte gebildet werden. „Die bestehenden Zwischendecken bilden Hohlräume, durch die sich ein Brand vom Keller bis ins Dach ausbreiten könnte“, sagte Elmar Heinemann.

Im Obergeschoss müsse das Treppenhaus zum Beispiel durch Glaseinbauten abgetrennt werden. Das Gleiche gilt für den Neubau. Auch dort sind neue Türen nötig, um das Treppenhaus so gut wie möglich abzugrenzen. Die Klassenzimmer werden über einen neuen Notausgang miteinander verbunden, im Computerraum wird ein Fluchtwegfenster installiert. „Im Erdgeschoss müssen wir die Gebäudeteile trennen, um Brandabschnitte zu bilden“, sagte Heinemann. Sowohl der Altbau als auch der Neubau sollen eine Fluchttreppe als zweiten Rettungsweg bekommen.

Modernisierungsbedarf gibt es aber auch an anderer Stelle. So sind die Toiletten im Altbau mittlerweile in die Jahre gekommen. „Dort steht eine Komplettsanierung an“, sagte Elmar Heinemann. Diese Gelegenheit werde genutzt, um auch ein barrierefreies, behindertengerechtes WC einzurichten. Zur Barrierefreiheit soll außerdem ein neuer Aufzug beitragen. Sanierungsbedürftig ist laut Architekt außerdem das Dach. „Auch die Fenster sind teilweise desolat“, sagte Heinemann. Darüber hinaus seien eine neue Elektro-Installation, eine Brandmelde-Anlage und eine Notbeleuchtung für die Mensa erforderlich.

Ausschreibung, sobald Förderbescheide vorliegen

Sobald die entsprechenden Förderbescheide vorliegen, will die Stadt die Arbeiten öffentlich ausschreiben. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorgehen ebenso zu wie der Beauftragung verschiedener Ingenieurbüros: Das Büro Hans Schmid aus Gammertingen widmet sich der Statik, das Büro Hankiewicz aus Trochtelfingen kümmert sich um Heizung, Lüftung und Sanitär und das Büro Kienle aus Ostrach ist für die Elektrofachplanung zuständig.

Die Arbeiten sollen dann in drei Bauabschnitten erledigt werden. Zunächst ist der Altbau an der Reihe, dann der Neubau. In einem dritten Abschnitt werden die Fachräume auf Vordermann gebracht. „Bis zu den Sommerferien 2020 könnten wir fertig sein“, sagte Elmar Heinemann. Den Schulbetrieb stellen die Bauarbeiten allerdings vor eine organisatorische Herausforderung: Halbjahresweise soll ein Teil der Schüler für den Unterricht auf das Schulgebäude Nummer 6 auf dem Schey-Areal ausweichen. Nicht nur das bedeute für die Betroffenen jede Menge zusätzlichen Aufwand, merkte Bürgermeister Holger Jerg an. „Schulleiter Christoph Ocker und sein Team haben aber schon jetzt hervorragend mitgearbeitet“, sagte er.

Die Gemeinderäte ließen keinen Zweifel daran, dass die Bauarbeiten am Gymnasium nötig und aus ihrer Sicht auch richtig sind. Gleichzeitig bedauerten sie allerdings, dass das Geld nicht unmittelbar in die Ausbildung der Schüler fließe. „Wir investieren nicht in Bildung, sondern in Brandschutz – auch wenn das eine Pflichtaufgabe ist“, sagte Stephan Binsch (SPD). „Die Zahlen sind nicht nur imposant, sie sind auch schockierend“, sagte Wolfgang Lieb (Gleiches Recht für alle). „Wir erhöhen zwar die Sicherheit, aber ansonsten ändert sich nichts.“ Es gelte allerdings, die entsprechenden Förderprogramme zu nutzen. Auch für Franz Hanner (CDU) führt kein Weg an der Investition vorbei. „Wir müssen für Familien attraktiv bleiben“, sagte er. Gerhard Jaudas (CDU) betonte, dass die Stadt langfristig von modernen Schulen profitiert. „Das, was wir jetzt investieren, kommt uns als Schulträger in Zukunft zugute“, sagte er.

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