„Älbler kennenlernen, ist was Besonderes“ könnte die Nationalhymne werden

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 Julian Letsche (Dritter von rechts) liest Krimis und die Band „Lads go Buskin“ spielt in Bronnen auf.
Julian Letsche (Dritter von rechts) liest Krimis und die Band „Lads go Buskin“ spielt in Bronnen auf. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Die Krimis von Julian Letsche und die passenden Lieder der Irish Folk Band „Lads go Buskin“ aus Sonnenbühl haben im Bürgerhaus Bronnen bestens unterhalten. Eingeladen hatte in den gut gefüllten Raum die Initiative „Kultur im Bürgerhaus“.

Thomas Rullmann stellte für die Kulturschaffenden in Bronnen, die keinen Verein gegründet haben, aber dennoch das Kultur- und Zusammenleben vor Ort vorwärts bringen wollen, den Autor Julian Letsche und die Band vor. „Lads go Buskin“ spielen seit 25 Jahren zusammen und seit Bandmitglied Julian Letsche, der ansonsten zur Mandoline greift, Geschichten schreibt, bestimmen diese das Programm wesentlich mit. Letsche, der von sich sagt, dass er eigentlich gerne Journalismus studiert hätte, aber „umständehalber“ das Abitur dann doch nicht durchzog, wurde Zimmermann, ging auf die Walz und machte seinen Meister. Heute arbeitet er tagsüber als Zimmermann und schreibt nach Möglichkeit am Abend seine Bücher. Inzwischen ist sein sechster Band „Tod auf der Achalm“ erschienen. Der Krimi ist wie sein fünfter Band „Tatort Lichtenstein“ in Heimatnähe angesiedelt. Zuvor schrieb er historische Romane. Schon für seinen ersten Roman „Gefährliche Walz“, für den er recherchierte und in den er eigene Erfahrungen einbauen konnte, komponierte und textete Jimmy Maas die passenden Lieder. Die Kombination entpuppte sich schnell als Erfolgskonzept. In Bronnen verstanden es die Männer mit Musik und Spannungsliteratur ihr Publikum kurzweilig und stimmungsvoll zu unterhalten.

Im Krimi „Tatort Lichtenstein“ wird die Schlossführerin Charlotte im Märchenschloss gnadenlos vom Leben zum Tode befördert: „Das Letzte, was Charlotte in ihrem Leben sah, war ihr geliebter Lichtenstein und das hämische Grinsen ihres Mörders.“ Selbstverständlich mussten Kommissarin Mertens und ihr Kollege Gross aus Erpfingen der Sache auf den Grund gehen – und genauso selbstverständlich überließ es Autor Letsche dem Publikum, die Lösung im Buch später selbst nachzulesen. Jimmy Maas, der die Manuskripte immer vor der Veröffentlichung bekommt, machte aus dem „Freiflug“ der Schlossführerin ein makaber-lustiges Lied: „Flieg vom Lichtenstein, flieg im Mondenschein.“

Von der Arbeit Schwielen an den Händen

Dagegen wurde „der Älbler“ geradezu kernig-liebevoll beschrieben. Diese Spezies „schafft und bruddelt“, hat vom Arbeiten Schwielen an den Händen, aber das Herz am richtigen Fleck: „Älbler kennenlernen isch was Bsonderes.“ Dafür gab es von den Zuhörern extra Beifall und einer sagte spontan: „Das könnte unsere Nationalhymne werden.“

Letsche las aus seinem vor zwei Monaten erschienenen Krimi „Tod auf der Achalm“ zwei Passagen. Hier geht es mit einem Umweltskandal, der Mafia aus Marseille und einer Möchte-Gern-Ministerpräsidentin direkt in die schmutzigen Geschäfte der Politik. Ohne einige Zugaben und „Whiskey in the Jar“ ließen die Zuhörer die Band nicht gehen.

Mitorganisator Thomas Rullmann vertröstete das Publikum auf den nächsten Auftritt zum „St.-Patricks-Day“ im März.

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