Universalgelehrter Johannes Schreck im Film verewigt

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 Das Holzschiff auf dem Lamm Areal wird abgebaut. Es stand seit April bis jetzt, genau so lange, wie die Überfahrt von Johannes
Das Holzschiff auf dem Lamm Areal wird abgebaut. Es stand seit April bis jetzt, genau so lange, wie die Überfahrt von Johannes Schreck von Europa nach Indien vor genau 400 Jahren dauerte. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Wer eine DVD erwerben möchte, kann diese über Tillo Brükner bestellen, Tel. 07571-12573 oder tillobruekner@gmx.de

In den höchsten Tönen hat Erich Zettl den autobiographischen Dokumentarfilm über den berühmten Binger Sohn, den Universalgelehrten Johannes Schreck, gelobt. „Wozu brauchen wir Berlin, Paris oder gar Hollywood, wenn wir solche Filmemacher in Bingen haben?“, dieses große Kompliment galt Reiner Löbe und Tillo Brükner, den beiden Hauptmacher des Filmes, nach Drehbuch des Konstanzer Professors Erich Zettl.

Mit Spannung erwarteten über einhundert Gäste im katholischen Pfarrheim von Bingen die Premiere des Films. Seit Monaten arbeiteten der Binger Fotograf Reiner Löbe und Tillo Brükner, Vorsitzender des Fördervereins der Binger Heimatpflege, an dem Filmprojekt. Das Datum der Premiere wurde bewusst auf den vierten Oktober gesetzt, da auf den Tag genau vor 400 Jahren das Schiff, mit dem der Gelehrte Johannes Schreck zu seiner Chinamission aufbrach, im indischen Goa nach sechsmonatiger Seefahrt anlegte. Bürgermeister Jochen Fetzer nahm diese lange, von Tortouren, Krankheit und Tod geprägte Anreise als mahnendes Beispiel für die heutige schnelllebige Zeit, in der ungeduldige Fluggäste, die um die halbe Welt fliegen, sich bereits bei einer 15 minütigen Verspätung beschweren würden.

Der Entdecker des Gelehrten, Initiator und Drehbuchautor für den Film, Erich Zettl, blickte humorvoll auf die Geschichte um Johannes Schreck zurück, die vor 14 Jahren mit der Entdeckung der großen Persönlichkeit begann. Bei seiner Recherche damals habe er mit Bedauern feststellen müssen, dass Schreck kein Konstanzer Bürger sei, wie er erhofft und vermutet habe, sondern einem Bauerndorf auf der Alb abstamme. Doch heute müsse er deutlich sagen: „Nur ein gottgesegneter Ort wie Bingen kann so ein Universalgenie hervorbringen.“

Der knapp einstündige Dokumentarfilm nahm die Besucher mit auf die spannende, informative und beeindruckende Reise des Gelehrten. 1576 in Bingen geboren, zog es den jungen Mann schon bald in die Welt hinaus, Studien an renommierten Universitäten in ganz Europa machten ihn zu einem hoch angesehenen Gelehrten der Medizin, Mathematik und Astronomie. Galileo Galilei und weitere namhafte Wissenschaftler waren seine Freunde. Mit dem Eintritt in den Jesuitenorden und der Priesterweihe brach er zu neuen Ufern auf und verließ Europa im April des Jahres 1618, um als Missionar über das indische Goa nach China zu reisen. Damit wurde schon vor 400 Jahren der Grundstein zum europäisch-chinesischen Kulturaustausch gelegt. Auch das Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin wurden von dem Genie schon damals beschrieben. In dem Film sind zahlreiche gesprochene Erklärungen mit Bildern und Reproduktionen unterlegt, passende musikalische Klänge im Hintergrund versetzten die Gäste in das ferne China. Dr.Michael Rupprecht aus Sigmaringen, der im Film die heutige Akupunktur als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin vorführt, ist nach der Premiere durchweg begeistert. „Ich habe was Gutes erwartet, aber das war schlichtweg genial. Dieser Film könnte durchaus in einem Kultursender wie Arte laufen“, lobte der Sigmaringer Mediziner. Auch Andreas Birkle aus Sigmaringen, der zufällig auf die Premiere aufmerksam wurde und von Johannes Schreck aufgrund der chinesischen Kalenderreform hörte, war durchweg begeistert und trug sich sofort in die Liste ein, um eine DVD zu erwerben.

Wer eine DVD erwerben möchte, kann diese über Tillo Brükner bestellen, Tel. 07571-12573 oder tillobruekner@gmx.de

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