Schreck-Film hat am 4. Oktober Premiere

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 Unzählige Stunden haben Tillo Brükner (links) und Reiner Löbe an dem Film gearbeitet.
Unzählige Stunden haben Tillo Brükner (links) und Reiner Löbe an dem Film gearbeitet. (Foto: Archiv: Corinna Wolber)
Schwäbische Zeitung

Der Dokumentarfilm über Leben und Werk des Binger Gelehrten Johannes Schreck ist fast fertig. Einer interessierten Öffentlichkeit wird er am Donnerstag, 4. Oktober, erstmals gezeigt. Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr im Pfarrgemeindehaus in Bingen.

Der große Sohn der Gemeinde Bingen hatte ein bewegtes Leben. Geboren 1576 in Bingen, studierte er in Freiburg, Paris und Padua, war ein Freund von Galileo Galilei und hatte als Gelehrter einen guten Ruf in ganz Europa. Sein Eintritt in den Jesuitenorden kam für viele überraschend. Er absolvierte sein Noviziat in Rom und wurde dort zum Priester geweiht. Vor 400 Jahren – also 1618 – verließ Johannes Schreck Europa und reiste als Missionar über Indien nach China. Seine Zusammenarbeit mit verschiedenen chinesischen Gelehrten nennt Professor Erich Zettl aus Konstanz „eine Sternstunde des Kulturaustausches zwischen Europa und China“. Höhepunkt des Schaffens von Schreck war der kaiserliche Auftrag zu einer Kalenderreform in China, die durch seinen Tod 1630 abgebrochen und vom Jesuiten Adam Schall weitergeführt wurde.

Auch echte Schauspieler wirken in dem Dokumentarfilm mit

Die Arbeit an dem Film war eine große Herausforderung, die unzählige Stunden Arbeit erforderte. Tillo Brükner, Vorsitzender des Fördervereins Heimatpflege Bingen, und Fotograf Reiner Löbe haben trotzdem unermüdlich daran gesessen. Der Film beginnt mit Luftaufnahmen von Bingen, Schreck-Experte Zettl führt in Leben und historische Bedeutung des Gelehrten ein. Die zahlreichen gesprochenen Erklärungen wurden mit Bildern und Reproduktionen unterlegt, doch es spielen auch echte Menschen mit: Da ist zum Beispiel Birgit Meyenberg, die beim Staatsarchiv in Sigmaringen arbeitet und unter anderem (historische) Stadtführungen anbietet. In einer Szene des Films spielt sie Barbara Pichlerin – eine Schlesierin, die Schreck in Prag trifft. In der Szene schreibt sie ihm einen Brief, der erst vor ein paar Jahren tatsächlich gefunden wurde.

Auch der Sigmaringer Arzt Michael Rupprecht macht mit: Er demonstriert für den Film Akupunktur als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. „Auch dazu existiert ein Brief Schrecks, in dem er das Verfahren als Erster beschreibt“, sagte Tillo Brükner im Frühjahr bei einem Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Weitere Mitwirkende sind eine chinesischstämmige Pfullendorferin, die die Inschrift auf Schrecks Grabmal in Peking im Original vorliest, und Alfred Bauernfeind vom Nabu. Er klärt über Pflanzen auf, die Schreck während seiner Reise nach China entdeckt hat.

Der Eintritt zu der Filmvorführung am 4. Oktober im Pfarrgemeindehaus ist frei, um eine Spende wird gebeten.

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