Randalierer machen Ärger auf dem Schulhof

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Schulleiter Frank Saur ist wütend: Regelmäßig wird auf dem Hof der Binger Grundschule randaliert. Auch die bunten Figuren an de
Schulleiter Frank Saur ist wütend: Regelmäßig wird auf dem Hof der Binger Grundschule randaliert. Auch die bunten Figuren an der Außenwand wurden bereits mehrfach abgerissen. (Foto: Corinna Wolber)

Probleme mit abendlicher Randale auf dem Schulhof der Grundschule kennt man auch in Sigmaringendorf. Vergangenen Sommer war es dort besonders heftig: Ärgerlich waren nicht nur regelmäßige Hinterlassenschaften wie zerbrochene Schnapsflaschen und Müll. Anwohner beklagten sich über den Lärm der wechselnden Gruppen, der sich häufig parallel zum Alkoholpegel zu einer ausgewachsenen Ruhestörung steigerte. Außerdem schreckten manche auch nicht vor massiver Randale zurück: Im September flog eine Wodkaflasche durch ein Fenster im Erdgeschoss des Schlössle, kurz zuvor ging eine Scheibe am Schulgebäude zu Bruch. Die Tischtennisplatte und der Boden ringsherum wurden mit Graffiti beschmiert, und der Putz am Schlössle wurde an einer Stelle mit einem scharfen Gegenstand mutwillig abgekratzt.

Bürgermeister Philip Schwaiger kündigte an, konsequent jeden Vorfall anzuzeigen, auch vermeintlich harmlose. „Seitdem ist es ruhig und mit der Situation davor nicht mehr zu vergleichen“, sagt er. Zusätzlich werden die beiden Pavillons an der Schule, die den Gruppen auch bei schlechterem Wetter Schutz bieten, demnächst mit Bewegungsmeldern ausgeleuchtet. Das soll die Anonymität verringern.

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Seit einiger Zeit gibt es auf dem Schulhof der Binger Grundschule immer wieder Probleme mit abendlicher Randale und Sachbeschädigung. Die Täter beschmieren dort Wände und Säulen, werfen Bänke um, beschädigen die von Schülern hergestellten Kunstwerke auf dem Schulhof. Besonders unappetitlich: Sie hinterließen bereits im Papierkorb auf dem Schulhof und im nahegelegenen Buswartehäuschen ihr Geschäft. Bereits vor gut einem Jahr wurde zudem ein Fenster der Schule eingeworfen, und zuletzt gab es Mitte April einen versuchten Einbruch durchs Fenster zum Putzraum. Vereinzelt wurden sogar Grundschüler bedroht. Der Schulleiter ist alarmiert und sauer.

Für die Schmierereien werden Farben benutzt, die gar nicht oder nur sehr schwer weggehen“

sagt Frank Saur. Der Schaden sei insgesamt schwer zu beziffern, aber häufig richte sich die sinnlose Zerstörungswut ausgerechnet gegen Dinge, die die Grundschüler mit viel Liebe und Einsatz selbst gestaltet hätten. So gab es im Juli vergangenen Jahres eine Projektwoche zur Schulverschönerung. Die dabei entstandenen bunten Holzpfosten auf dem Schulhof wurden bereits mehrfach herausgerissen und lagen überall herum. Auch die fest an die Außenwand geschraubten bunten Holzfiguren wurden bereits komplett abgerissen. „Zum Glück sind sie nicht kaputt gegangen“, sagt Saur.

Dran glauben mussten auch schon die nagelneuen Bänke unter dem gläsernen Vordach. Dabei gingen Teile des Steinsockels zu Bruch, und die Sitzflächen aus Holz wurden beim Skateboardfahren stark in Mitleidenschaft gezogen. Und auch der Schaukasten der Pfadfinder, der am Schulgebäude hängt, ist bereits zum zweiten Mal kaputt.

Polizei fährt vermehrt Streife

Am 20. April gab es im Amtsblatt der Gemeinde einen Hinweis. Unter der Überschrift „Was läuft auf dem Schulhof?“ wurden Nachbarn und Passanten um erhöhte Aufmerksamkeit und Mitteilung ans Rathaus gebeten, „falls Sie entsprechende Aktivitäten feststellen“. In der Notiz war davon die Rede, „dass sich abends und nachts vermehrt Personen auf dem Schulhof aufhalten“. Morgens seien Zigarettenkippen und Müll „bis hin zu ekelhaften Verunreinigungen festzustellen“. Auf Nachfrage teilt Bürgermeister Jochen Fetzer mit, dass ihm seit dem Einbruch Mitte April nichts mehr zu Ohren gekommen sei. Dabei wurde aus dem Putzraum das Portemonnaie einer Reinigungskraft gestohlen. Es tauchte zwar wieder auf, alles von Wert fehlte aber.

Um den 1. Mai dieses Jahres gab es allerdings weitere Schmierereien, berichtet Saur. Die Polizei ist informiert und fährt auch vermehrt Streife, gravierende Vorfälle habe es zuletzt aber nicht mehr gegeben. Das sagt Christian Mayer, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Schulhöfe seien oft typische Rückzugspunkte für Jugendliche, „die ihre überschüssige Energie in sinnlosen Aktionen loswerden“. Für Frank Saur wenig befriedigend: „Es gibt doch kein Naturgesetz, dass auf Schulhöfen eben randaliert wird.“ Er wolle einfach, dass das Haus in Ordnung sei – auch und gerade mit Blick auf die umfangreichen Bauarbeiten, die in den Sommerferien auf dem Schulhof anstehen.

Wer für die Randale und das Chaos verantwortlich ist, wisse man übrigens, sagt Saur. Es handle sich um lediglich zwei oder drei ehemalige Schüler. Auf frischer Tat seien sie aber noch nie ertappt worden: „Die Beweislage ist deswegen einfach schwierig.“

Hier werden die meisten Straftaten verübt (2017)

Probleme mit abendlicher Randale auf dem Schulhof der Grundschule kennt man auch in Sigmaringendorf. Vergangenen Sommer war es dort besonders heftig: Ärgerlich waren nicht nur regelmäßige Hinterlassenschaften wie zerbrochene Schnapsflaschen und Müll. Anwohner beklagten sich über den Lärm der wechselnden Gruppen, der sich häufig parallel zum Alkoholpegel zu einer ausgewachsenen Ruhestörung steigerte. Außerdem schreckten manche auch nicht vor massiver Randale zurück: Im September flog eine Wodkaflasche durch ein Fenster im Erdgeschoss des Schlössle, kurz zuvor ging eine Scheibe am Schulgebäude zu Bruch. Die Tischtennisplatte und der Boden ringsherum wurden mit Graffiti beschmiert, und der Putz am Schlössle wurde an einer Stelle mit einem scharfen Gegenstand mutwillig abgekratzt.

Bürgermeister Philip Schwaiger kündigte an, konsequent jeden Vorfall anzuzeigen, auch vermeintlich harmlose. „Seitdem ist es ruhig und mit der Situation davor nicht mehr zu vergleichen“, sagt er. Zusätzlich werden die beiden Pavillons an der Schule, die den Gruppen auch bei schlechterem Wetter Schutz bieten, demnächst mit Bewegungsmeldern ausgeleuchtet. Das soll die Anonymität verringern.

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