Neun kleine Judoka erlangen weiß-gelben Gürtel

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Wie die Profis: Alle neun Jungs meistern die Prüfung.
Wie die Profis: Alle neun Jungs meistern die Prüfung. (Foto: Sabine Rösch)

Sehr nervös waren die neun Vorschul-Jungs vom Binger Kinderhaus Abenteuerland, als sie vor Kurzem zur Prüfung für den Kyu, den weiß-gelben Judogürtel angetreten sind. Unter den Augen der aus Ravensburg angereisten Prüferin Nathalie Appel führten sie sechs verschiedene Aufgaben vor, monatelanges Training mit Joachim Hartenstein war der Prüfung vorausgegangen. Gute zwei Stunden später herrschte pure Erleichterung und Freude: Alle sind nun stolze Besitzer des weiß-gelben Judogürtels.

Mit Joachim Hartenstein, der Judo-Lizenztrainer beim Sportclub Sigmaringen ist, fand Kindergartenleiterin Carola Keck einen Trainer, der in der Judo-Ausbildung von Kindern schon reichlich Erfahrung hat. Keck wollte gerne ein Angebot im Kinderhaus schaffen, das den Bewegungsdrang und den Körperkontakt zu anderen Kindern kontrolliert bedienen kann. Dabei dachte sie vor allem an die Jungs, die ständig am Raufen seien. So entstand zunächst ein Schnupperkurs Judo, der von Joachim Hartenstein im Bewegungsraum des Kinderhauses geleitet wurde. Das kam so gut an, dass Judo zum festen Bestandteil des Angebots wurde. Jeweils 14 Trainingseinheiten wurden pro Halbjahr absolviert. „Das Training mit den Kindergartenkindern ist die anstrengendste Einheit, aber dafür auch eine der schönsten“, sagt der Trainer. „Nach den zwei Stunden bin ich immer platt.“

Irgendwann entstand dann auch die Idee, das Erlernte mit der Prüfung zum weiß-gelben Gürtel zu krönen; das Ganze sollte dann aber auch im Kindergarten stattfinden. Damit betrat auch der Judotrainer Neuland –zusammen mit Carola Keck organisierte er den Prüfungstag. Riesengroß war die Aufregung bei den neun Jungs, als Prüferin Nathalie Appel, Trägerin des schwarzen Gürtels im dritten Meistergrad, den Bewegungsraum betrat, um die Prüfung abzunehmen.

Zuvor hatte Joachim Hartenstein nochmal alle Anforderungen, Würfe, Griffe und Techniken mit den Jungs geübt und sie auf die Prüfung vorbereitet. Die Jungs meisterten die verschiedenen Aufgabenstellungen der Fall,- Wurf,- und Bodentechnik sowie die Anwendungsaufgaben im Stand und auf dem Boden souverän. Wenn Joachim Hartenstein „Randori“, „O-goshi“ oder „Yoko ukemi“ rief, wussten sie sofort, was zu tun ist. Nathalie Appel lobte die Schüler für „klasse Würfe, gute Haltegriffe und schöne Befreiungen“ und bescheinigte allen Jungs, dass sie die Prüfung bestanden haben. „Ich bin unheimlich stolz auf euch“, sagte auch die sichtlich frohe Carola Keck.

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