Netze BW investiert in Erdkabel in Bingen

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 Weniger Freileitung, mehr Erdkabel: Das peilt Netze BW auch in Bingen an.
Weniger Freileitung, mehr Erdkabel: Das peilt Netze BW auch in Bingen an. (Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)
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Der Netzbetreiber Netze BW hat seine Pläne für Bingen im Gemeinderat am Montag vorgestellt. Die Gemeinde Bingen hat seit Jahren einen Konzessionsvertrag mit Netze BW. Das Unternehmen, eine Tochter der EnBW, hat in Bingen zwischen 2015 bis 2019 mehr als eine Million Euro investiert. Für das Verlegen von Stromleitungen wird wiederum Konzessionsabgabe fällig.

Laut Jens Schwarz, Konzessionsmanager bei Netze BW, ist das Netz in Bingen kaum störanfällig, nur fünf Störungen habe es seit 2017 gegeben. Die Ausfallzeit liege in Bingen bei 3,7 bis 5,5 Minuten – deutlich unter dem deutschlandweiten Wert von 13,6 Minuten. In Zukunft sollten vermehrt Erdkabel statt Freileitungen verbaut werden, denn Freileitungen seien recht störanfällig, beispielsweise, wenn nach einem Sturm ein Baum in den Masten falle.

Der in Bingen eingespeiste Strom aus erneuerbaren Energien liege über dem gesamten Stromjahresverbrauch der Gemeinde (7 878 000 Kilowattstunden): Laut Schwarz sei die Energiewende in Bingen schon geglückt, sagte er augenzwinkernd. Bürgermeister Jochen Fetzer erklärte, dies sei der derzeit einzigen Photovoltaikanlage im Ort zu verdanken, die sich im Gewerbegebiet an der Sigmaringer Straße befinde.

Damit Privatpersonen nicht nur Solaranlagen auf ihren Dächern installieren könnten, sondern auch Erdwärmepumpen oder Elektroautos nutzen könnten, passt Netze BW seine Netze an die neuen Bedürfnisse und somit veränderten Spannungserbenen und Fließrichtungen an, verlege etwa stärkere Stromkabel. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, setzt Netze BW auf eine sogenannte Kommunalplattform, anhand der man online sehen kann, welche Leitungen bereits am Kapazitätsmaximum angelangt sind. Im Störungsfall, so Schwarz, seien zehn Mitarbeiter vor Ort.

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