Kurzfilme geben den Besuchern zu denken

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In der Ruine Hornstein erzeugen Filme eine besondere Atmosphäre.
In der Ruine Hornstein erzeugen Filme eine besondere Atmosphäre. (Foto: Sabine Rösch)
Schwäbische Zeitung
Sabine Rösch

Das Experiment des Kurzfilmabends, das Simone Napierala vom Förderverein der Ruine Hornstein zusammen mit der Leipziger Filmemacherin Alina Cyranek am Samstag organisiert hat, war ein voller Erfolg. Es mussten sogar Besucher weggeschickt werden, da der Veranstaltungsraum bis auf den letzten Platz besetzt war. Die anwesenden Zuschauer waren durchweg begeistert.

„Ich bin überrascht, dass in einem Kurzfilm so viel rüberkommt“, schwärmt eine Besucherin aus Uigendorf, die mit Binger Bekannten zum Abend gekommen war. Silvia Spieß aus Bingen äußert sich direkt nach den sieben Präsentationen ähnlich. „Kein Film war wie der andere, jeder regt für sich zum Nachdenken an und sendet eine andere Botschaft. Besonders der letzte Kurzfilm ,Szenen eines Abschieds’ hat mich sehr berührt", resümiert Silvia Spieß nach dem Abend.

Dass die sympathische Filmemacherin Alina Cyranek zu jedem Kurzfilm aufschlussreiche Erklärungen vorweg schickte und Einblicke in die Filmwelt gab, fand Silvia Spieß sehr hilfreich.

Alina Cyranek wurde in Polen geboren und wuchs in Rengetsweiler auf. Durch ihre private Bekanntschaft mit Simone Napierala entstand die Idee, einen Kurzfilmabend im schönen Ambiente der Ruine Hornstein zu veranstalten.

Es gibt nur wenig Gelegenheit, Kurzfilme zu zeigen

„Es gibt so viele tolle Kurzfilme und kaum eine Plattform zur Präsentation", erklärt die selbstständige Filmemacherin. Durch ihre Vernetzung in der Filmszene traf Cyranek zusammen mit Napierala letztlich eine Auswahl von sieben Kurzfilmen, die die Besucher auf einen spannenden Streifzug durch die Vielfalt der Kurzfilmlandschaft mitnahmen. Der witzige, und dennoch nachdenklich stimmende Einstieg in den Filmabend erfolgte mit dem animierten Puppentrickfilm von dem einsamen Igel und dem komischen Vogel, der Höhenangst hatte.

Der zweite Beitrag war eine zutiefst beeindruckende Dokumentation von der schwer körperbehinderten Autistin Veronika. Der Drei-Minuten-Beitrag mit dem Titel „Déja-vu“ wurde von Alina Cyranek als ein Beitrag angekündigt, der etwas zeige, was jedem auch schon einmal widerfahren sei.

Erneut nachdenklich stimmte der Kurzfilm „Letzter Wille – Idylle“. Nach der Pause fesselten „Good Soil“ und der Zeichentrickfilm „Wind“, bevor die Filmemacherin ihren eigenen, preisgekrönten Kurzfilm „Szenen eines Abschieds“ zeigte, der in Tübingen entstand.

Das rundum zufriedene Publikum äußerte sich durchweg begeistert. Martin Romer aus Sigmaringen erklärte, dass ihn jeder Film in seinem Genre beeindruckt habe und der Abend kurzweilig und unterhaltsam gewesen sei. Auch Albert und Christel Pfeifer aus Meßkirch sprachen von einem unterhaltsamen und netten Abend und schwärmten von der besonderen Kulisse, die man in Hornstein vorfinde.

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