Höchstleistungen: Der Binger Theatermotor brummt

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Höchstleistungen: Der Binger Theatermotor brummt
Höchstleistungen: Der Binger Theatermotor brummt
Schwäbische Zeitung
Ignaz Stösser
Redakteur Alb/Lauchert

Die Vorbereitungen für die Aufführungen des Theaterstücks über den mittelalterlichen Gelehrten Johannes Schreck gehen in die heiße Phase. Am Freitag, 15. Juli, ist die Premiere auf der Ruine Hornstein. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

„Es ist eine Heidenarbeit, die die Schauspieler zur Zeit leisten“, sagte Bürgermeister Jochen Fetzer im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung voller Achtung. Alle zwei, der Tage treffe man sich mit Regisseur und Autor Siegfried Gebhardt zu den Proben. Und diese würden immer wieder von 18.30 bis 22 Uhr dauern. Dabei gibt es mehrere Darsteller, die bis zu drei Rollen inne haben. „Wir sind, was die Zahl der Schauspieler anbelangt, an der unteren Grenze“, machte Fetzer deutlich. Ein paar mehr hätten dem Vorhaben gut getan.

Höchstleistungen werden auch von dem Näherinnenteam um Claudia Hess vollbracht. Claudia Hess ist ausgebildete Bekleidungsingenieurin und führt in Ebingen einen Laden, in dem sie auch mittelalterliche Sachen anbietet, die sie selbst herstellt. „Wir sind begeistert, wie sie sich da reinhängt“, versicherte Bürgermeister Fetzer. Immerhin werden insgesamt rund 60 bis 70 Kostüme benötigt.

Einiges habe man von der Waldbühne in Sigmaringendorf ausleihen können, der Binger Fanfarenzug stelle ein paar Hüte bereit und im Binger Pfarramt habe man Messdiener- und Sternsinger-Gewänder entdeckt, erzählte Claudia Hess. Aber vieles müsse man noch selbst herstellen. Dafür hat die Modedesignerin bereits fast sämtliche Stoffe eingekauft und zugeschnitten. Drei Näherinnen sind schon dabei, die Kostüme anzufertigen.

Sorgen bereiten noch die Kopfbedeckungen und die Details an einzelnen Kostümen. Was das Ganze besonders aufwändig macht, ist die Tatsache, dass das Stück in vier völlig unterschiedlichen Milieus spielt. Zum einen müsse man das ländliche Bingen im 16. Jahrhundert darstellen, so Hess, zum anderen das großstädtische Umfeld in Paris und Rom, dann die Atmosphäre auf dem Schiff und nicht zuletzt den kaiserlichen Hof in China.

Vom Grundsatz her haben die Binger Darsteller und der Autor und Regisseur bezüglich der Kostüme einen Kompromiss gefunden. Gebhardt war eher für symbolische Kleider, weil er den Gelehrten Johannes Schreck und die Problematik des Stücks in die heutige Zeit holen möchte. Und die Schauspieler? „Die haben mehr Spaß, wenn sie historisch gekleidet sind“, weiß Claudia Hess. Den Kompromiss umschreibt sie nun so: „Die Kostüme sind auf einfache Art historisch.“ Die Historie werde lediglich angedeutet.

In den Startlöchern stehen auch die Männer des Binger Jahrgangs 42. Sie werden die Bühne auf der Ruine Hornstein aufbauen. „Wir können erst nach dem 6. Juli loslegen“, erzählte Paul Abt gegenüber der SZ. Bis dahin seien noch andere Veranstaltungen auf der Ruine. Doch die Fäden sind bereits gezogen. Die Jahrgänger haben einen Zimmermann und einen Maurer in ihren Reihen. Die haben ein Konzept für den Aufbau entworfen und die nötigen Materialien geordert. Auf die Frage, ob man denn alles pünktlich schaffe, sagte Paul Abt lachend: „Natürlich werden wir fertig.“

Karten für die drei Aufführungen am 15., 16. und 17. Juli gibt es nur an der Abendkasse. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Falls die Aufführungen wegen schlechten Wetters in die Sandbühlhalle verlegt werden müssen, wird die Gemeinde dies auf ihrer Homepage www.bingen-hohenzollern.de vermerken. Informieren kann man sich auch unter Telefon 07571/74070.

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