Familie nach Wohnhausbrand obdachlos - 17-Jähriger muss ins Krankenhaus

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Redaktionsleitung

Nach dem Brand eines Wohnhauses in der Ortsmitte von Bingen ist am Freitag eine dreiköpfige Familie obdachlos geworden. Ein 17-jähriger Jugendlicher musste mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden. Der Brand wurde gegen 16.30 Uhr von seinen Eltern entdeckt. Als sie nach Hause kamen, bemerkten sie den austretenden Rauch. Die Feuerwehren benötigten den ganzen Abend, um das Feuer zu löschen.

Als sicher ist, dass sich keine Menschen mehr in dem brennenden Haus befinden, atmet der Bingener Feuerwehrkommandant Artur Löffler tief durch. Die erste Aufgabe ist, die Menschen in Sicherheit zu bringen. Ein Nachbar, der Mitglied der Feuerwehr Bingen ist, rettet den Jugendlichen und den Familienhund ins Freie. Während der Jugendliche ins Krankenhaus gebracht wird, behandelt ein Tierarzt den Hund. Die Flammen greifen anschließend schnell auf den Dachstuhl über.

So einen Brand hatten wir in Bingen schon lange nicht mehr Bürgermeister Jochen Fetzer

Die Feuerwehr muss erkennen, dass das Haus an der Kleingasse, das zu zu einem ehemaligen Fabrikanwesen gehört, nicht mehr zu retten ist. Die Decke unterhalb des Dachstuhls ist einsturzgefährdet, deshalb können Atemschutztrupps das Gebäude lange nicht betreten. Um dem Feuer aus der Luft Herr zu werden, fordert die Einsatzleitung Drehleitern aus Sigmaringen und Mengen an.

Strom abgestellt

Die Feuerwehren löschen aus der Luft und unterbrechen diese Arbeit immer wieder, um das Dach mit Einreißhaken aufzureißen. Es geht darum, näher an die Glutnester ran zu kommen. Gegen 17.30 Uhr ist das Feuer unter Kontrolle und der Einsatzleiter entscheidet, dass die ersten Atemschutztrupps in den Dachstuhl vordringen können. Die Elektrizität ist zu diesem Zeitpunkt abgestellt und ein Flüssiggastank im Freien unschädlich gemacht.

„So einen Brand hatten wir in Bingen schon lange nicht mehr“, sagt Bürgermeister Jochen Fetzer. Da es im Verlauf des Abend kälter wird, beheizt die Feuerwehr eine Scheune und versorgt die Kameraden mit heißen Getränken. „Wir müssen noch ein paar Stunden durchhalten“, sagt der Kreisbrandmeister vom Dienst, Markus Siber. Die Feuerwehrleute wechseln sich deshalb in ihrer Arbeit ab.

Das Haus ist unbewohnbar

Da das Haus unbewohnbar ist, kommt die Familie bei Verwandten in Laucherthal unter. Über die Kleiderkammer der Erstaufnahmestelle besorgt ihr das Rote Kreuz etwas zum Anziehen.

Den Schaden schätzt die Polizei in einer Pressemitteilung auf 300 000 Euro. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet, doch dies müsse noch näher untersucht werden. Insgesamt sind knapp 65 Feuerwehrleute mit rund zwölf Fahrzeugen im Einsatz. Um die Arbeiten der Feuerwehr abzusichern, sind auch knapp 20 Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort.

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