Ein Abschiedslied rührt den Dirigenten zu Tränen

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Die Binger Musikanten verabschieden ihre langjährigen Dirigenten Walter Hauser (Mitte) mit einem Bild von der gesamten Kapelle. (Foto: Sabine Rösch)
Schwäbische Zeitung
Sabine Rösch

Das Dreikönigskonzert der Musikkapelle Bingen-Hitzkofen hat seine Versprechungen auf der ganzen Linie gehalten. Der musikalische Rückblick umfasste die schönsten Melodien und Stücke der vergangenen fünfzehn Jahre und bezeugte die Entwicklung auf das heutige hohe Niveau der Kapelle. Doch als die zweite geforderte Zugabe von Kapellmeister Walter Hauser mit dem Taktstock eröffnet wurde, traute der scheidende Dirigent seinen Ohren nicht. Ohne sein Wissen begannen die Musiker mit dem Bozner Bergsteiger Marsch mit einem auf den Dirigenten zugeschnittenen Text. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war es mit der Fassung des vielfach gelobten Walter Hauser geschehen, immer wieder fuhr er sich mit dem Handrücken übers Gesicht.

Voll Freude begrüßte Alexander Fleisch vom Vorstandsteam der Kapelle die Gäste in der vollbesetzten Sandbühlhalle. Das dem scheidenden Dirigenten Walter Hauser gewidmete Konzert stelle ein besonderes Konzert mit gemischten Gefühlen dar, war sich Fleisch sicher. Er sollte Recht behalten, und die Mischung der Gefühle war durchweg positiv, persönlich und emotional. Es schien, dass sich jeder Musiker persönlich von „seinem“ Dirigenten verabschieden wollte.

Und die drängenden drei Fragen, ob es einen Nachfolger für Hauser gebe, wer es sei und ob er hier sei, beantwortete Fleisch ebenfalls am Beginn. Der 26-jährige Mario Scheible aus Schömberg werde Hauser beerben und lasse sich krankheitshalber entschuldigen.

Die Jugendkapelle eröffnete das musikalische Kaleidoskop mit zwei Stücken der Musicals „Phantom der Oper“ und „Fluch der Karibik“ sowie „Bugler´s Holiday“. Kim Wiehl gab dem Publikum die entsprechenden Hintergrundinformationen zur Musik. Mit einem persönlich gestalteten Album verabschiedeten die Jugendlichen „ihren Walter“.

Die aktiven Musiker nahmen anschließend auf der Bühne Platz und präsentierten den Querschnitt, den Vorstand und Dirigent gemeinsam ausgesucht hatten. Zur Erläuterung gab es eine zusätzliche Bildpräsentation und diverse Anekdoten, vorgetragen von Julia Baur, Christina Glaser und Natascha Rettich.

Witzige Einlage

Die Pause nutzten die Schlagzeuger Erich Glaser, Alexander Fleisch, Luca Rummler und Kim Herter, um mit einer gekonnten und sehr witzigen Einlage auf den bevorstehenden Umbau der Proberäume lautstark aufmerksam zu machen. Nach der Pause sorgte Kim Wiehl mit der gesanglichen Begleitung des Stückes „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical Elisabeth für Gänsehaut. Die Musikerinnen, zwischenzeitlich im kleinen Schwarzen, und die Musiker in Frack und Fliege gekleidet, gaben ein Glenn-Miller-Medley zum Besten, bevor ein weiterer Höhepunkt des gut dreistündigen Programms folgte. Solo-Ausschnitte aus Konzerten der letzten 15 Jahre mit Inszenierung gaben einen Einblick in die musikalische Binger Erfolgsgeschichte.

Abschließend hieß es dann Zusammenrücken. Von 50 ehemaligen Musikern hatten sich mehr als die Hälfte bereiterklärt, beim großen Finale, das mit dem Stück „Viribus Unitis - Mit vereinten Kräften“ nicht treffender hätte sein können, mitzuwirken.

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