Dirigent Mario Scheible setzt neue Akzente in Bingen

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Die Binger Blasmusikkapelle ist ein stattlicher Klangkörper.
Die Binger Blasmusikkapelle ist ein stattlicher Klangkörper. (Foto: Fotos: sr)
Schwäbische Zeitung
Sabine Rösch

Das Dreikönigskonzert der Musikkapelle Bingen-Hitzkofen sei das Maß, ob es auch ein gutes neues Jahr werde, erklärte Alexander Fleisch vom Vorstandsteam der Kapelle dem Publikum in der gut besuchten Binger Sandbühlhalle. Drei Stunden später konnten sich die Musiker um Dirigent Mario Scheible sicher sein, dass auch ihr Jahr gut begonnen hat. Der Abend bot beste Unterhaltung durch sorgsam ausgewählte Stücke, die dank der sicheren Hand des Dirigenten stimmgenau intoniert wurden. Das begeisterte Publikum dankte mit anhaltendem Applaus und der Forderung nach mehreren Zugaben.

Die Jugendkapelle eröffnete den Abend mit dem ältesten amerikanischen Marsch „The Marine´s Hymn“, der gleichzeitig die offizielle Hymne der amerikanischen Marineinfanterie sei, wie Moderatorin Kim Wiehl erklärte. Mit diesem würdigen Auftakt wurde zu einem Medley von Harry Potter übergeleitet. Vor allem die jüngeren Besucher fanden sich in Hogwards und beim Stein der Weisen wieder. Rockig weiter überzeugte die Jugendkapelle mit „Arocknophobia“, und für die geforderte Zugabe hatte Scheible den schönen Titel „You´ll be in my heart“ von Phil Collins ausgewählt.

Kapelle nutzt Pause für Ehrungen

Mit dem Titel „The Olympic Spirit“ hatte Scheible einen von Fanfaren begleiteten fulminanten Einstieg in das Programm der aktiven Kapelle gewählt. Julia Baur und Christina Glaser moderierten den Hauptpart des Abends mit unterhaltsamen Informationen zu den Stücken. Es folgten mit „Ross Roy“, „Pompeji“ und „The Willows of Winter“ drei tiefsinnige Stücke, die die Gäste jeweils zum Sinnieren und „In-sich-horchen“ einluden. Die anschließende Pause wurde für Ehrungen verdienter Musiker genutzt. Die SZ wird noch berichten.

Alexander Fleisch erläuterte den aktuellen Stand der Umbauarbeiten des Probelokals im Bürgerhaus. „Es ist fast fertig und richtig gut geworden,“ nicht ohne Stolz wies Fleisch auf 3500 Arbeitsstunden der Musiker im vergangenen Jahr hin. Ein besonderer Dank galt dabei Jörg Wiehl, der allein 500 Stunden davon geleistet habe und sich zudem als Bauleiter verantwortlich gezeigt habe. Mit Musikern in Smoking und Abendkleid ging der zweite Programmteil sehr schwungvoll weiter.

Der Auftakttitel „Dallas“ versetzte das Publikum zurück in einen Dienstagabend 21.45 Uhr der achtziger Jahre, als die Ewings und die Southfork Ranch in den deutschen Wohnzimmern dominierten. Es folgte „Groove Academy“ und „Gabriella´s Sang“, der von Kim Wiehl mit ihrer klaren Stimme gesanglich begleitet wurde. Der Dirigent hatte zum Ende hin beschwingte Musik ausgewählt, mit Italo Pop Classics wippten die Füße bei „Gloria“ oder „Azzuro“ im Takt mit. Die Anspannung fiel gegen Ende des Konzertabends von Mario Scheible sichtlich als er vor dem letzten Stück, dem Marsch „Abel Tasman“ seine Musiker mit einer Geste der gemeinsamen Stärke lobte. Bürgermeister Jochen Fetzer sprach den Gästen aus der Seele, als er mit „Chapeau – das war ein super Abend“ den Hut vor Dirigent und Kapelle zog.

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