Busanbindung und Allwetterplatz beschäftigt den 14er-Rat in Bingen

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 Die Jugendlichen des 14er-Rats in Bingen überlegen sich Lösungsvorschläge, um Bingen attaktiver für junge Menschen zu machen.
Die Jugendlichen des 14er-Rats in Bingen überlegen sich Lösungsvorschläge, um Bingen attaktiver für junge Menschen zu machen. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Zwei konkrete Projekte hat der 14er Jugendrat, der sich im Rahmen des Förderprojektes Landaufschwung im Sommer gegründet hatte, dem Binger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt. Zusammen mit der fachlichen Begleitung von Nadine Natterer vom Landratsamt Sigmaringen präsentierten die Jugendlichen die Ergebnisse. Ihre Projekte beschäftigen sich über die Zukunft des Allwetterplatzes unterhalb der Sandbühlhalle sowie über ein Mobilitätskonzept mit Ideen zur Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs.

„Ihr habt da sehr dicke Bretter angebohrt“, sagte Bürgermeister Jochen Fetzer nach der Vorstellung. In der Tat hatten sich die Jugendlichen zusammen mit Nadine Natterer viele Gedanken bezüglich der Mobilität und Verbesserung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht.

Jonas Guhlemann präsentierte die Ideen der Jugendlichen. Die Möglichkeit der Personenbeförderung auf der Schiene durch die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Bingen und Sigmaringen könne definitiv nicht umgesetzt werden. Das wurde den Jugendlichen nach Gesprächen mit der SWEG in Gammertingen mitgeteilt. Daher haben sie nach anderen Möglichkeiten gesucht. „Die Busse fahren unregelmäßig und außerhalb der Stoßzeiten auch leer. Viele Verbindungen werden daher auch abgesetzt“, erklärte Jonas Guhlemann.

App könnte Busverkehrflexibler gestalten

Die Idee der Jugendlichen ist nun, dass der Busverkehr im ländlichen Raum generell mithilfe einer App flexibler gestaltet werden kann. Dafür müssten die Busse mit einem Navigationssystem ausgestattet werden, welches die idealste, schnellste und auch wirtschaftlichste Strecke selbst konfiguriert. Die ÖPNV-Nutzer sollen mit dem System per App auf ihrem Smartphone verbunden sein und sich bei Bedarf für eine Fahrt anmelden und auch auf diesem Weg bezahlen.

Zudem sollen die festen An- und Abfahrtszeiten für Stoßzeiten bestehen bleiben. Natürlich haben die Jugendlichen die Problematik speziell für ältere Menschen mit dem Smartphone bedacht und könnten sich hierfür eine spezielle Servicestelle vorstellen.

Über den Vorschlag sollte auch generell für den ländlichen Raum im ganzen Landkreis und sogar darüber hinaus überlegt werden, sind sich die jungen Leute bewusst. Daher hat die Gruppe die Lindauer Mobilitätstage besucht, die von der Landesregierung kürzlich veranstaltet wurden. Dort übergaben sie ihr Konzept einem Vertreter der Landesregierung. Die sichtlich beeindruckten Gemeinderäte lobten das Konzept und sprachen sich darüber durchweg positiv aus.

Allwetterplatz in Bingen soll verändert werden

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Allwetterplatz oder auch „roter“ Platz unterhalb der Sandbühlhalle. Dafür hatten sie einen Fragebogen erarbeitet und an alle acht bis 18-jährigen Jugendlichen der Gemeinde verschickt. Von den etwa 260 angeschriebenen Jugendlichen kamen 68 Fragebögen zurück.

Mit den Bögen wollte die Gruppe von den angeschriebenen Jugendlichen die bisherige Nutzung sowie Anregungen für die künftige Nutzung erfragen. Die Hälfte der Befragten wünscht sich eine Neugestaltung, da der Platz von allen als Treffpunkt angegeben wurde. Vom Skaterpark über Fitnessparcours oder Minigolf waren verschiedene Ideen dabei. Die Jugendlichen sagten bei allen Projekten ihre Unterstützung zu und würden sich freuen, wenn die Gemeinde sich der Neugestaltung widmen würden, schlossen Tobias Reichmann und Paul Seger die Präsentation.

Da für die Weiterführung des Projektes seitens des Kreises keine weitere finanzielle Unterstützung erfolgt, erläuterte Dietmar Unterricker vom Landratsamt dem Gremium Alternativlösungen.

Dabei wurde mit Gemeinderat Rainer Brückner ein Ansprechpartner gefunden, der den weiteren Proess künftig begleiten und moderieren wird.

Das Gremium war sich darüber einig, dass die motivierten Jugendlichen mit ihrem Projekt weiter begleitet werden sollen.

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