Bingen bekommt ein Johannes-Schreck-Denkmal

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 So könnte die Anlage bald aussehen. Fotomontage des Schreck-Denkmals am südlichen Friedhofseingang in Bingen.
So könnte die Anlage bald aussehen. Fotomontage des Schreck-Denkmals am südlichen Friedhofseingang in Bingen. (Foto: Reiner Löbe)
sr und Sabine Rösch

Tillo Brükner, Vorsitzender des Fördervereins Heimatpflege in Bingen, hat bei der kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung verkündet, dass das Regierungspräsidium Tübingen den Förderantrag für eine „Gedenkstätte Johannes Schreck“ geprüft und genehmigt hat.

Der Weg dahin war schwierig und langwierig. Die Idee, einen Gedenkstein für den berühmten Gelehrten und Chinamissionar Johannes Schreck (1576- 1630) in Bingen zu errichten, ist schon mehrere Jahre alt. Bisher scheiterte die Idee an der fehlenden Finanzierung. Mehrfach stellte der Verein Anträge bei der LEADER-Aktionsgruppe Oberschwaben. Im Juli 2019 kam die gute Nachricht: Das Projekt ist in die Förderkulisse aufgenommen. Die weitere Vorgehensweise lautete, für jedes einzelne Gewerk drei Angebote einzuholen. Das Regierungspräsidium überprüfte die Kostenvoranschläge prüfen und die günstigste Lösung für die Bezuschussung vorschlagen.

Das dauerte bis zum Februar. Der Verein Heimatpflege konnte inzwischen die ersten Firmen beauftragen und wird den vorgesehenen Platz am Kirchenweg zwischen der Kleingasse und dem Südeingang des Friedhofes in Eigenleistung vorbereiten.

In Kürze wird dafür eine Stützmauer errichtet. Ein Steinmetz muss den Gedenkstein behauen und setzen. Vorbild ist der echte Grabstein von Schreck auf dem Friedhof Zhalan in Peking. Der originale Stein ist sehr aufwendig gestaltet. Über dem Sockel ist ein Textfeld in lateinischer und chinesischer Schrift, das den Missionar und seine Leistungen würdigt. Die Krone bildet ein in sich verschlungener Drache, der sein Maul weit aufsperrt und versucht, die vor ihm liegende Perle zu verschlingen. Brükner konnte eine weitere positive Nachricht vermelden. Die Restaurierung des Wasserrades an der Lauchertstraße ist aus finanzieller Sicht abgeschlossen. Der zugesagte LEADER-Zuschuss, der aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg besteht, ist ausbezahlt. So konnte der Verein den Kredit zurückbezahlen und ist somit schuldenfrei. Wenn die Temperaturen steigen, wird das Wasserrad am Mühlebach wieder ins Wasser gelassen und kann sich drehen. Das Herausnehmen im Winter dient dem Schutz der Anlage.

Das neue Jahr beginnt dank einiger Spenden und Sponsorenbeiträge für das Denkmal mit einer finanziellen Rücklage. Somit kann der Förderverein Heimatpflege sich in diesem Jahr seinem zweiten Projekt, dem Denkmal, zuwenden.

Wer den Verein unterstützen möchte, sei es als Mitglieder oder durch eine Spende, ist willkommen. Interessierte wenden sich an Tillo Brükner, Telefon 07571/125 73 oder per Mail an tillobruekner@gmx.de.

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