Ziel ist es, anderen Menschen zu helfen

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Pater Pirmin und Bruder Burkhard (von links) freuen sich auf viele Gemeinderatssitzungen. Sie wollen für die Menschen da sein un
Pater Pirmin und Bruder Burkhard (von links) freuen sich auf viele Gemeinderatssitzungen. Sie wollen für die Menschen da sein un (Foto: Nicole Romey)
Schwäbische Zeitung
Nicole Romey

Pater Pirmin und Bruder Burkhard sind nicht nur Ordensbrüder im Kloster Beuron, sondern seit dieser Woche auch neu gewählte Mitglieder des Beuroner Gemeinderats. Für beide steht das Wohl der Menschen im Vordergrund, für welches sie sich einsetzen möchten.

Pater Pirmin ist seit fünf Jahren in Beuron. Für den Mönch, der sich sonst um Wallfahrten, Kirchenführungen und Hochzeiten kümmert, ist die Wahl zum Gemeinderatsmitglied der erste Kontakt mit Kommunalpolitik überhaupt. Auf Vorschlag des Erzabts hatte sich der Ordensbruder mit dem Thema Gemeinderat befasst und schlussendlich kandidiert. „Kommunalpolitik finde ich deshalb spannend, weil sie die Menschen vor Ort betrifft. Es ist die kleinste politische Einheit, in der man entscheiden kann und Auswirkungen direkt mitbekommt“, betont Pater Pirmin. Eine Spannung zwischen ihrer geistlichen Tätigkeit und dem weltlichen Amt des Gemeinderatsmitglieds sehen die beiden nicht. „Die ganze Welt ist von Gott geschaffen“, sagt Pater Pirmin, und Bruder Burkhard ergänzt, dass die Geschichte gezeigt habe, dass es eine wirkliche Trennung zwischen geistlich und weltlich gar nicht gebe. „Das geht alles ineinander“, sagt Bruder Burkhard. Der gebürtige Würzburger ist seit 54 Jahren in Beu-ron. Bereits mit 28 Jahren war er zum ersten Mal Mitglied im Beuroner Gemeinderat. Insgesamt hat er sieben Bürgermeister erlebt und so einiges in den Sitzungen mitbekommen.

„Große Themen wie der Straßenbau, die ganzen Energieleitungen, der Gemeindeparkplatz oder die Straßenbrücke, da war ich mit dabei“, erzählt der Ordensbruder mit nachdenklichem Blick.

Neben seinem Engagement im Gemeinderat ist er auch noch Mitglied in der Feuerwehr und beim Roten Kreuz. „Ich kenne viele Leute“, sagt der Mönch mit Stolz. Auch seine Tätigkeit in der Klostermetzgerei, die er aufgebaut hat, trägt dazu bei, dass er tagtäglich mit den Leuten aus den umliegenden Dörfern in Kontakt kommt. „Als Geschäftsmann bekommt man so einiges mit und erfährt auch viel“, meint Bruder Burkhard.

Das politische Verantwortungsgefühl liegt dem Franken im Blut. „Politiker sein, das ist von Haus aus bei uns „in“. Mein Vater war Bürgermeister, das hat sich übertragen“, sagt der Mönch und lacht dabei herzlich. Seine Motivation ist die Freude an der Arbeit zum Wohl der gesamten Gemeinde. Das spiegelt sich auch in den Wünschen wider, die Bruder Burkhard für die kommende Wahlperiode hat.

„Eine Herzensangelegenheit ist mir die Straße von Buchheim nach Beuron. Die muss unbedingt für 40-Tonner gesperrt werden, das ist einfach viel zu gefährlich“, sagt der Ordensmann mit Nachdruck. Bisher wären die Anträge nicht durchgekommen, doch Bruder Burkhard möchte dies ändern. Die Erfahrung hat dem Kommunalpolitiker aber auch gezeigt, dass im Laufe eines Jahres immer neue Themen aufkommen, die behandelt werden müssen. „Ich wundere mich manchmal schon, was alles besprochen werden muss“, meint der Mönch und schmunzelt. Nicht immer ist er einer Meinung mit seinen Ratsmitgliedern und sagt auch offen seine Meinung: „Das ist Demokratie.“

Pater Pirmin will sich einfach überraschen lassen

Für die Zukunft ist es ihm wichtig, dass innerhalb der Gemeinde Frieden herrscht und keine Streitigkeiten aufkommen. „Ohne Polemik verhandeln und schwierige Themen auch mal in Kleingruppen diskutieren, das finde ich ganz wichtig, um zu Ergebnissen zu kommen“, sagt Bruder Burkhard.

Sein Mitbruder geht derweil ohne bestimmte Erwartungen in die erste Gemeinderatssitzung. „Ich lasse mich überraschen und freue mich“, sagt Pater Pirmin.

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