Spaziergang als Protest gegen Kalkabbau

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Rund 170 Teilnehmer protestieren gegen den geplanten Kalkabbau am Mittelberg.
Rund 170 Teilnehmer protestieren gegen den geplanten Kalkabbau am Mittelberg. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Rund 170 Teilnehmer haben sich am Protestspaziergang gegen den geplanten Kalkabbau in Thiergarten beteiligt. Statt zu einem gewöhnlichen Sonntagsspaziergang luden die Organisatoren der Interessensgemeinschaft pro Mittelberg/Thiergarten vergangenen Sonntag zu einem Protestspaziergang gegen den geplanten Kalkabbau am Mittelberg ein. Zahlreiche Bewohner und Freunde des Donautals folgten der Einladung und protestierten mit. Auch Andrea Bogner-Unden, Landtagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen, beteiligte sich an dem Protestspaziergang. Sie unterstütze das Anliegen der Interessengemeinschaft, womit sie ihre Teilnahme an der Aktion begründete.

Der Protestspaziergang führte vom Bahnhof Thiergarten zum Donautalradweg in der Nähe des Käppeler Hofs. Von dort aus konnte der Mittelberg aus der Ferne beobachtet werden. Anschließend führte der Weg zurück über die L 277 zum Steinbruch Teufel am Südostrand des Mittelbergs. Dort endete der Protestspaziergang. Das Haus Prinz zu Fürstenberg machte von seinem Recht Gebrauch, eine organisierte Veranstaltung auf den eigenen Waldwegen rund um den Mittelberg zu verbieten.

In seiner Ansprache betonte Gerhard Stumpp von der IG, dass nach Auskunft des Landratsamtes die Unterlagen für eine Genehmigung des Kalkabbaus noch unzureichend seien. Die Interessengemeinschaft sieht insbesondere noch Mängel bei der Alternativenprüfung zu der naturschutzfachlichen Würdigung der im Gebiet vorkommenden FFH-Arten. Zu der Flora-Fauna-Habitat gehören Vögel, Fledermäuse und Insektenarten, die europäisch geschützt sind. Auch müsse die Summationswirkung des möglichen Kalkabbaus berücksichtigt werden. Wegen des steigenden Lastwagenverkehrs würde ein Ausbau der L 277 notwendig werden. Neben dem Lärm der Bauarbeiten könnte dies zu weiteren Eingriffen in die Natur führen.

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