Pfad informiert über den Alpenbockkäfer

Lesedauer: 4 Min
Bernd Schneck vom Naturpark Obere Donau stellt eine Tafel des neuen Naturlehrpfads vor.
Bernd Schneck vom Naturpark Obere Donau stellt eine Tafel des neuen Naturlehrpfads vor. (Foto: Susanne Grimm)

Zusammen mit dem Fachbereichsleiter Forst des Landratsamtes Sigmaringen, Stefan Kopp, Naturpark-Ranger Norbert Kuhn sowie Donautalguide Armin Hafner und einer kleinen Gruppe Interessierter hat Bernd Schneck vom Naturpark Obere Donau einen neuen Alpenbockkäfer-Lehrpfad bei Beu-ron der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf insgesamt sieben Informationstafeln erfahren Besucher viel Interessantes zum Vorkommen, zur Lebensweise und zur Bedeutung dieses einzigartig gefärbten großen Bockkäfers. Der neue Lehrpfad kann von beiden Seiten begangen werden und führt entlang des Placidus-Weges, der zur ersten Etappe des Donau-Zollernalb-Wanderweges gehört.

Vom Haus Maria Trost schlängelt sich der Pfad hinauf auf den steilen Südhang oberhalb der Donautalstraße und führt über die Placidus-Schutzhütte hinab zum unteren Hirschental. Das Projekt hat durch die hohenzollerische Forstverwaltung große Unterstützung erfahren, informierte Bernd Schneck, denn der Alpenbockkäferpfad verläuft auf deren Grundbesitz: „Durch umfangreiche Waldarbeiten und Auslichtungen haben sie dafür gesorgt, dass der Käfer künftig ideale Lebensbedingungen vorfindet.“

Der auffällig blaue Krabbler mit den schwarzen Flecken steht auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Schneck erläuterte, dass der Alpenbockkäfer in Baden-Württemberg nur am Albtrauf der mittleren Schwäbischen Alb und im Oberen Donautal vorkommt. Durch die kräftige Auslichtung des Steilhangs wurde hier ein trockener und warmer Standort geschaffen, der zum einen dem Wanderer einen wunderschönen Ausblick auf das Donautal und das Kloster beschert. Zum anderen braucht der seltene Käfer ein solches Klima, um sich zu vermehren. Die einst hier angebaute Fichte sei aufgrund des wasserarmen Standorts krank und dürr geworden. Nur einzelne alte Buchen und andere Laubbäume wurden stehengelassen, damit sich ein standortgerechter Wald entwickeln kann. „Ein Großteil der geschlagenen Bäume bleibt liegen und bietet so als Totholz Lebensraum für viele Tiere“, sagte Schneck.

Er gab Einblick in das kurze, nur bis zu sechs Wochen dauernde Käferleben. „Die meiste Zeit, nämlich drei bis vier Jahre, verbringt er als Larve im Holz, bevor er schlüpft.“ Das sei auch der Grund, dass Brennholzkunden ein Infoblatt mitgegeben werde, das darauf hinweist, Brennholz bis spätestens Mitte Juni aufzuarbeiten und abzufahren. Denn Holz, das länger liegen bleibt, hat eine Fangwirkung für den Käfer, der dort seine Eier ablegt. „Und die landen dann später im Ofen, was ja nicht Sinn der Sache ist“, sagte der Fachbereichsleiter Forst, Stefan Kopp.

Der Alpenbockkäfer-Lehrpfad ist aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union (ELER) finanziert worden. Weitere finanzielle Unterstützung erfuhr der Naturpark durch den Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Alpenvereins.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen