Kontakt zu Luchs „Friedl“ abgebrochen

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Der neue Luchs trägt den Namen „B433“.
Der neue Luchs trägt den Namen „B433“. (Foto: Holger Hollemann/dpa)
Deutsche Presse-Agentur
Schwäbische Zeitung

Freiburger Wildbiologen haben einen neuen Luchs mit einem Sender ausgestattet und in Oberschwaben ausgesetzt. Zu Schwarzwald-Luchs „Friedl“, der derzeit im Donautal unterwegs ist (die SZ berichtete), brach der Kontakt jedoch vor wenigen Tagen ab.

Das mit einem Peilsender ausgestattete Halsband habe sich wie vorgesehen nach einem Jahr der Beobachtung von „Friedl“ gelöst. Die erhoffte Erneuerung des Senders durch Austausch der Batterie sei nicht gelungen, teilt das baden-württembergische Ministerium für den ländlichen Raum mit.

Dem Team der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) gelang es in enger Kooperation mit Jägern vor einigen Wochen, einen anderen Luchs in Oberschwaben zu fangen und mit einem Peilsender-Halsband auszustatten. „B433“ lautet der formale Name dieses Luchses. Das Tier kann nun ebenfalls rund ein Jahr lang beobachtet werden.

Wichtige Erkenntnisse

„Friedl“ habe wichtige Erkenntnisse über das Verhalten von Luchsen geliefert – beispielsweise zu Lebensräumen und Wanderrouten, sagt der Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bonde (Grüne): „Ziel ist es, wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse über den Luchs zu gewinnen und diese unmittelbar an unsere Partner aus Jagd und Nutztierhaltung weiterzugeben“.

Auch Luchs „B433“ werde wertvolle Daten liefern, ist sich Bonde sicher. Im Idealfall erfahre die FVA täglich die Position des Tieres. „B433“ wurde zunächst 2014 in den Schweizer Ostalpen nachgewiesen und im Juli 2015 im Kanton Thurgau erstmals fotografiert. Auch bei diesem Tier handelt es sich um ein Männchen. Männliche Luchse unternehmen gerade in der Paarungszeit zwischen Februar und April weite Wanderungen auf der Suche nach weiblichen Tieren, die aber bisher in Baden-Württemberg nicht nachgewiesen werden konnten. Luchse erbeuten überwiegend Rehe. Nutztiere fallen ihnen äußerst selten zum Opfer, teilt das Ministerium mit.

„Friedl“ und „B433“ hätten Kontakt zueinander gehabt, heißt es weiter. Sie seien jetzt aber in unterschiedlichen Regionen unterwegs: „B433“ laufe derzeit nordwärts in Richtung Schwäbische Alb, „Friedl“ ist – jetzt ohne Sender – im Donautal unterwegs.

Vortrag: Im Haus der Natur in Beuron findet am Freitag, 22. April, um 20 Uhr der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung der Luchs-Initiative Baden-Württemberg statt, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Es wird dabei Beiträge über die aktuelle Situation des Luchses im Land geben. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem erstmals 2015 im Schwarzwald beobachteten Luchs „Friedl“, der gefangen, mit einem Peilsender versehen und wieder in die Freiheit entlassen werden konnte. Donautal-Guide Armin Hafner berichtet von den jüngsten Erfahrungen mit Luchs „Friedl“ im Donautal. Anmeldungen beim Haus der Natur, Telefonnummer 07466/92800, E-Mail: info@nazoberedonau.de. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

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