Geehrt für den Austausch mit den Menschen

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Bruder Jakobus Kaffanke (links) erhält von Landrat Dirk Gaerte die hohe Auszeichnung für die Verdienste im kulturellen Leben des
Bruder Jakobus Kaffanke (links) erhält von Landrat Dirk Gaerte die hohe Auszeichnung für die Verdienste im kulturellen Leben des (Foto: Vera Romeu)
Schwäbische Zeitung
Vera Romeu

Der Benediktinerbruder Jakobus Kaffanke ist für seine Verdienste im kulturellen Leben mit der Bürgermedaille in Silber des Landkreises ausgezeichnet worden. Zu diesem Ereignis war eine kleine Runde von Mönchen und von Weggefährten des Geehrten im Festsaal der Erzabtei Sankt Martin in Beuron zusammengekommen.

„Es freut uns, dass die besonderen Fähigkeiten von Bruder Jakobus heute eine besondere Würdigung erfahren“, begrüßte Erzabt Tutilo Burger die Gäste. Als Landrat Dirk Gaerte Bruder Jakobus die Urkunde überreicht und die Ehrennadel an das Skapulier geheftet hatte, wurde Bruder Jakobus mit einem lang anhaltenden Applaus für sein Wirken gedankt.

Die Medaille empfing Bruder Jakobus stellvertretend für die Erzabtei Sankt Martin und den Benediktinerorden, die im Landkreis eine besondere Strahlkraft haben und – im Zuge seines Kreisbesuches – bereits am Freitag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann gelobt wurden. Landrat Gaerte würdigte die Leistung des Mönches: Neben Beten und Arbeiten gehöre zum Leben eines Benediktiners das Lesen und das Studium. Bruder Jakobus publiziere zudem regelmäßig Schriften und strahle somit aus dem Kloster heraus – und in die Region hinein. „Bruder Jakobus ist ein Mann der Inspiration, des Kreativen, der organisiert und strukturiert arbeitet und als Mönch seine Zeit zurückgezogen auf dem Ramsberg verbringt“, sagte der Landrat.

Bruder Kaffanke publiziert und ist Herausgeber

Bruder Jakobus ist in Bingen am Rhein aufgewachsen, hat in Heidelberg Philosophie, Theologie und Jura studiert und ist 1983 in das Kloster Beuron eingetreten – seit 1993 ist er Eremit auf dem Ramsberg. Neben seiner Publikationen ist Bruder Jakobus auch Herausgeber: In der Reihe Eremos sind beispielsweise zahlreiche Bände zu Themen der Spiritualität und des Dialogs der Religionen erschienen und in bereits 19 Bänden die „Weisungen der Väter“. Außerdem hat er, gemeinsam mit dem Landkreis Sigmaringen und der zehnten Panzerdivision, einen Tagungsband zum Widerstandskämpfer Claus Graf von Stauffenberg herausgegeben.

Er hat die prominenten Wirtschaftsethiktage für Unternehmer in der Erzabtei initiiert und etabliert. Mehrmals im Jahr leitet er den Geistlichen Treffpunkt, eine Vortragsreihe zu Fragen von Glauben, Kirche und Welt. Mit Christen ist Bruder Jakobus auf Pilgerreisen unterwegs.

Auf dem Ramsberg ist es vor allem seiner Initiative zu verdanken, dass die Kapelle und die Klause Sankt Benedikt denkmalgerecht saniert und zu einem Anziehungspunkt für Christen wurden. Viele Menschen kommen dort zusammen, die mit Bruder Jakobus beten und singen. In Überlingen hat er sich maßgeblich eingebracht, um das Haus des Mystikers Heinrich Seuse als Bildungshaus einzurichten. Das Programm trägt seine Handschrift.

Bruder Jakobus bringt sich intensiv in den Dialog der Religionen ein. „Kontemplativ strahlen Sie in die Welt hinein. Sie lassen das Wort zur Tat werden“, sagte Landrat Gaerte. Bruder Jakobus dankte für die Auszeichnung. Es sei gerade diese Spannung zwischen Kontemplation und Aktion, die das benediktinische Leben ausmache.

Der Orden habe seit seiner Gründung kulturstiftend in Europa gewirkt. „Im Benediktinischen ist diese emsige Zurückgezogenheit angesiedelt“, erklärte der Mönch.

Es sei wichtig, in den Austausch mit den Menschen zu gehen, denn daraus ergebe sich das geistliche Leben. „So verstehe ich mein Leben“, schloss Bruder Jakobus.

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