Förderverein hilft verfolgten Christen

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Der Vorstand des Freundeskreises der Erzabtei St. Martin zu Beuron engagiert sich aktiv für Baumaßnahmen und Kulturveranstaltung
Der Vorstand des Freundeskreises der Erzabtei St. Martin zu Beuron engagiert sich aktiv für Baumaßnahmen und Kulturveranstaltung (Foto: Vera Romeu)
Schwäbische Zeitung
Vera Romeu

Viele Mitglieder des Freundeskreises der Erzabtei St. Martin zu Beuron sind zur Versammlung gekommen, die nach Gottesdienst und Gastmahl im Festsaal stattfand. Vorsitzende Tanja Gönner konnte nicht dabei sein, weil sie kurzfristig von Bundesminister Frank-Walter Steinmeier zur Geberkonferenz nach Ägypten eingeladen worden war. So leiteten Erzabt Tutilo Burger OSB, Stellvertretender Vorsitzender Hubert Wicker und Geschäftsführer Werner Schmid-Lorch die 25. Versammlung. Derzeit hat der Freundeskreis 1731 Mitglieder.

Christen erleben weltweit viel Gewalt

Diese Versammlung stand unter dem Zeichen des 25-jährigen Bestehens des Freundeskreises. Die 25 Jahre fielen in eine Zeit, in der Frieden und Sicherheit in Europa herrschten, doch das Engagement der Christen sei sehr zurück gegangen, sagte der Erzabt. „Es gilt nicht als chic, ein aktiver Katholik zu sein, und Sie werden in ihrem Umfeld als Freund eines Klosters nicht punkten können“, sagte er zu den Mitgliedern.

Dagegen erleben die Glaubensbrüder in anderen Erdteilen viel Gewalt. Dabei seien Friede und Gerechtigkeit innerweltliche lebensnotwendige Ziele für das Zusammenleben, sagte Erzabt Tutilo. Kloster und Freundeskreis bezögen über Parteigrenzen hinweg Position in der Gesellschaft und prägen sie mit. Dies gelte auch für die kommenden 25 Jahren.

Die Rede der Vorsitzenden Gönner verlas ihr Stellvertreter Hubert Wicker. „Es gibt eine enge Verbundenheit mit den Mönchen und Brüdern des Klosters, die den gemeinsamen Weg ausmacht. Diese Verbundenheit ist mehr als nur eine Frage der finanziellen Unterstützung für die Renovierung einzelner anstehender Bereiche. Es ist das Wissen um die gegenseitige Unterstützung und das Miteinander“, meint Gönner.

Weil diese Versammlung von größerem Wechsel in der Vorstandschaft geprägt sei, dankte sie allen, die verabschiedet werden, für ihr langjähriges Engagement.

Was in diesem Jahr alles renoviert und gebaut wurde, stellte Architektin Agnes Moschkon den Mitgliedern vor. Bruder Wolfgang Keller OSB zeigte Fotos, um eine Vorstellung davon zu geben. Rund 600000 Euro haben die Arbeiten am Weg zur Krypta, am neuen Heizverteiler, an den Fenstern und Fassaden des Südflügels und des Altbaus sowie an der Südseite der Kirche, dem Kirchturm, dem Kreuzgarten und Gastgarten gekostet. Derzeit werden Baumaßnahmen im Refektorium, Kapitelsaal und Sakristei in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege geplant. „Diese gehören zum künstlerisch und historisch wertvollen Kern des Klosters“, sagte Architektin Moschkon.

Geschäftsführer Schmid-Lorch berichtete von den Aktivitäten des Freundeskreises, wie der Organisation von Konzerten und der Unterstützung bei der Erschließung wertvoller Bestände der Beuroner Kunst. Er übernahm die Worte von Abtprimus Notker Wolf OSB, die ihm von der Festrede geblieben sind, und sagte: „Wir müssen weiter glühen.“

Schatzmeister Reinhold W. Schlegel legte seinen Bericht vor: Der Freundeskreis hat 2013 der Erzabtei einen Baukostenzuschuss von 100000 Euro gegeben und 2014 waren es 200000 Euro. Dazu kamen weitere Ausgaben in den Bereichen Kunst und Konzerte. Die Finanzlage des Vereins sei erfreulich, sagte Schatzmeister Schlegel: Der Kontostand liegt bei 216200 Euro.

Verein will 5000 Euro spenden

Schlegel berichtete von einem eingegangenen Antrag: Der Parkplatz des Klosters sollte gerichtet werden. Eine Spende von 1000 Euro sei dafür bereits zugesagt worden. Auch habe der Unternehmer Teufel seine Unterstützung zugesagt. So werde man eine Aktion „Ich spende einen Parkplatz“ ausrufen. Die Versammlung stimmte dem Antrag zu. Auch wurde dem Antrag von Erzabt Tutilo zugestimmt, verfolgten Christen 5000 Euro zu spenden.

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