Bahnübergang bekommt Halbschranke

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Am Bahnübergang zum Talhof im Donautal treffen sich Fachleute zur Begutachtung der Sicherheitssituation.
Am Bahnübergang zum Talhof im Donautal treffen sich Fachleute zur Begutachtung der Sicherheitssituation. (Foto: Christoph Wartenberg)
Redakteur Sigmaringen
Schwäbische Zeitung

Die Sicherheit am Bahnübergang Talhof zwischen Langenhart und Beuron im Donautal wird erhöht. Das ist das Ergebnis einer Verkehrsschau am Montag, bei der auf Initiative der Deutschen Bahn Vertreter der Gemeinde Beu-ron, des Regierungspräsidiums Tübingen, der DB, des Eisenbahnbundesamtes, des Polizeipräsidiums Konstanz und des Landratsamtes Sigmaringen die Unfallstelle begutachteten, an der es am 22. April zu einem tödlichen Unfall gekommen war. Das teilt das Landratsamt in einer Presseerklärung mit.

Die „Schwäbische Zeitung“ wurde unter anderem aus Datenschutzgründen von der Verkehrsschau ausgeschlossen.

An der Donautal-Bahnlinie war an einem unbeschrankten Bahnübergang am vergangenen Sonntag gegen 14 Uhr eine 66-jährige Radfahrerin durch einen Zusammenstoß mit einem Zug zu Tode gekommen. Dabei wurde die Frau seitlich vom dritten Waggon des Zugs erfasst. Die Polizei mutmaßte, dass die Frau den Zug und das Lichtsignal übersehen habe und dadurch vom Zug erfasst wurde (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete).

Die Unfallstelle ist eigentlich nach beiden Seiten gut einsehbar. Allerdings kommt der Zug aus Sigmaringen mit hoher Geschwindigkeit, sodass eine kurze Unaufmerksamkeit gefährlich werden kann.

Fachleute: Unfall war ein tragisches Unglück

Nun steht fest: Der Unfall war ein tragisches Unglück. Die tödlich verunglückte Frau übersah den herannahenden Zug trotz Andreaskreuz und roter Warnlampe heißt es über die Erkenntnisse der Verkehrsschau. Dennoch wurde vom Vertreter des Eisenbahnbundesamtes aufgeworfen, dass der Talhof in den vergangenen Jahren aufgrund seiner Nutzungsänderung deutlich stärker frequentiert wird. „Er hat sich von einem früheren landwirtschaftlichen Betrieb nun zu einem Eventcenter entwickelt, das Veranstaltungen mit bis zu 120 Gästen abhält. Hinzu kommen Parkplätze, Wohnmobilstellplätze und ein E-Bike-Center.

Da inzwischen deutlich mehr Menschen den Bahnübergang nutzen als noch vor einigen Jahren, möchte die Deutsche Bahn nun in die Sicherheit investieren“, erklärt Tobias Kolbeck, Sprecher des Landkreises.

Der Bahnübergang soll mit Halbschranken gesichert werden. Die Fahrbahn soll so verbreitert werden, sodass zwei Autos problemlos aneinander vorbeifahren können. Auf der L 277 soll ein Abbiegestreifen eingerichtet werden, um einen Rückstau von wartenden Fahrzeugen auf der Landesstraße zu vermeiden. Auch auf der anderen Seite des Bahnübergangs soll die Straße so ausgebaut werden, dass wartende Fahrzeuge den entgegenkommenden Verkehr nicht behindern.

Der Bahnübergang ist derzeit mit Andreaskreuzen und einem Rotsignal ausgestattet. „Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, vereinbarten die Beteiligten drei Sofortmaßnahmen“, so Kolbeck. Seit dem Unfall im April macht sich der herannahende Zug mit akustischem, weithin hörbarem Signal bemerkbar.

Zudem wird der Betreiber des Talhofs die bestehende Hecke entfernen, damit herannahende Züge noch frühzeitiger eingesehen werden können. Außerdem wird der Zug künftig langsamer über den Bahnübergang fahren.

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